Bad Endorf – Die Ausstellung der Kreisvolksmusikpflege über „Wastl Fanderl (1915 bis 1991) – ein Leben für die Volksmusik“ ist morgen, Sonntag, in Schloss Hartmannsberg bei Hemhof von 13 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. In vier Ausstellungsräumen können die Besucher Interessantes über die Entwicklung der Volksmusikpflege in unserer Region kennenlernen. Mittendrin war Wastl Fanderl, der ab den 1960er-Jahren auf dem Stelzenberg bei Frasdorf mit seiner Familie lebte.
„Bin a lustiga Bua, / kreuzlustig vostehst, / und so lustig wia znachst / bin i lang nimma gwest.“ So sang Wastl Fanderl in seiner unnachahmlichen Art – obwohl er als freier Volksmusikant, Liedersammler, Volkssänger, Rundfunkmoderator, Gestalter von Fernsehsendungen, Buchautor und Zeitungsmacher, Leiter von Singstunden und Singwochen und vielem anderen oft wenig zu lachen hatte.
„Bin a lustiga Bua, / mir gehts allaweil guat, / hab a saggrische Freid, / Schneid und Geld allwei gnua.“ Das war ein frommer Wunsch, das mit dem Geld. Es war bemerkenswert, wie die Familie Fanderl trotz mangelnder Finanzmittel stetig die Volksmusikpflege förderte, wenn es auch nicht immer leicht war. Die Lieder, die Fanderl nach dem Krieg vor allem in den 1950er-Jahren neu für das dreistimmige Singen gestaltete, kündeten von Liebe und Freude, von der Schönheit der Welt und dem Leben – aber auch von lustigen Situationen.
„Jetz mua i ma hoit / gent a Truch ofrimma, / sist konn i mei Geld / nimma unterbringa.“ So geht es weiter in seinem Sololied, das er im Bayerischen Rundfunk am 21. September 1950 aufgenommen hatte – und das in der Ausstellung neben anderen Lieddokumenten auch zu hören ist.
Ein regelmäßiges Auskommen hatte Wastl Fanderl erst ab 1972, als er auf Initiative von Bezirkstagspräsident Georg Klimm zum ersten Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern berufen wurde. Als Fanderl bei seiner Einstellung fragte, was er als Bezirksvolksmusikpfleger denn für Aufgaben habe, hat Präsident Klimm nach Fanderls Erinnerung gesagt: „Einfach so weitermachen wie bisher, Herr Fanderl!“
Fanderl war auch einer der Initiatoren für das „Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern“. Am Sonntag schon um 11 Uhr erzählt Ernst Schusser über Fanderl als Bezirksvolksmusikpfleger. Bei der Führung um 14 Uhr mit den Ausstellungsmachern erfahren die Besucher vieles über die Sammlung von Wastl Fanderl seit den 1930er-Jahren.
Um 15.30 Uhr gibt es eine besondere Stunde: Das Leben von Fanderl und sein Wirken wird anhand einiger Abschnitte nacherzählt. Dabei erfahren die Besucher auch wichtige Ansatzpunkte zu den beiden Biografien, die über Fanderl geschrieben wurden – und über Erich Mayer, den Freund der Familie, der viele Stationen und Gespräche dokumentiert hat. Zudem wird der Ortsheimatpfleger von Frasdorf, Rupert Wörndl, über Fanderl in Frasdorf erzählen und wichtige Objekte dazu aus dem Dorfmuseum erläutern.
Die Fanderl-Ausstellung in Hartmannsberg ist nur noch an drei Tagen bis zum 31. Mai geöffnet.es