Wenn die Jagdhütte zur Bühne wird

von Redaktion

Der „Schmugglerbazi“ für die Volksbühne Rosenheim zum gefeierten Publikumserfolg

Rosenheim – Mit dem „Schmugglerbazi“ ist der Volksbühne Rosenheim St. Nikolaus ein echter Theatererfolg gelungen. Die Komödie in drei Akten begeisterte im Künstlerhof am Ludwigsplatz an allen Spielabenden mit Witz, Spielfreude und viel Herzblut – sämtliche Vorstellungen waren restlos ausverkauft.

Spürbare Nervosität
zur Premiere

Was an der Premiere noch mit einer spürbaren Portion Nervosität begann, entwickelte sich schnell zu einer Produktion, die immer mehr an Tempo, Sicherheit und Spielfreude gewann. Schon nach kurzer Zeit zog die Inszenierung das Publikum in ihren Bann, platzierte ihre Pointen treffsicher und überzeugte mit einem stimmigen Spannungsbogen zwischen humorvollen Szenen und dramatischen Momenten. Regisseur Florian Schrei bewies dabei großes Gespür für Rhythmus, Timing und Ensembleführung. Besonders bemerkenswert war die Harmonie innerhalb des gesamten Schauspielteams, das sichtbar mit Freude und Vertrauen zusammenspielte. Genau diese Geschlossenheit machte den besonderen Charme der Produktion aus.

Ein großer Gewinn für den Theaterabend war auch das herausragende Bühnenbild von Franz Grießl. Mit viel Liebe zum Detail verwandelte er die alte Jagdhütte in einen atmosphärischen Mittelpunkt des Geschehens – mal Versteck, mal Zwischenlager, mal Zufluchtsort. Die Bühne wirkte lebendig und verlieh der Handlung ihre ganz eigene Handschrift.

Im Zentrum des Stücks standen die beiden sympathischen Schmuggler Basti und Fini, gespielt von Jonas Grießl und Daniela Englmeier. Grießl überzeugte als liebenswerter, leicht verschmitzter Basti, während Englmeier der Fini eine wunderbar natürliche und herzerfrischende Art verlieh. Gemeinsam sorgten sie für viele der humorvollen und zugleich warmherzigen Momente des Abends.

Auch Vroni Egger als Hanna und Angelika Trautmann als deren Mutter Paula setzten starke Akzente. Vor allem Trautmann begeisterte mit ihrer wandelbaren, sehr präsenten Darstellung. Immer wieder durchbrach sie die vierte Wand und bezog das Publikum direkt ins Geschehen ein – frisch, spontan und mit viel Gefühl für den richtigen Moment.

Auf der Gegenseite sorgten Peter Schumpp-Kappler als zwielichtiger Bockerer, Richard Martl als geheimnisvoller „Baron“ und Emanuel Notarangelo als skurriler „Fuchs“ für zusätzliche Dynamik. Gerade Notarangelo brachte mit seinem pointierten Spiel und seinen direkten Publikumsansprachen immer wieder große Lacher in den Künstlerhof.

An dramatischer
Tiefe gewonnen

Als schließlich Geld verschwindet und die Situation eskaliert, gewann die Komödie überraschend an dramatischer Tiefe, ohne dabei ihren humorvollen Grundton zu verlieren. Der „Schmugglerbazi“ zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und hochwertig Amateurtheater sein kann, wenn Leidenschaft, gute Regie und ein engagiertes Ensemble zusammenkommen.

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