Wasserburg – Es war ein Glücksfall, dass bei den Rathauskonzerten Wasserburg die griechische Komponistin Konstantia Gourzi anwesend war. Ihre Komposition „Melodies from the sea op. 86“, in der sie stimmungsvolle Naturbilder vertont hat, stand im Mittelpunkt des Abends. Nils Mönkemeyer (Viola) und William Youn (Klavier) interpretierten das Werk mit Hingabe und meisterhafter Perfektion.
Zudem erklangen noch Kompositionen von Debussy, Schumann, Brahms, Ravel, Albert Dietrich und Rebecca Clarke. Eine romantische Naturidylle kam in Claude Debussys Stück „Beau soir“ in einem Arrangement für Viola und Klavier zum Ausdruck. Youn und Mönkemeyer bannten das Publikum mit duftig-zarten, ätherischen Klangbildern, die eine meditative Wirkung besaßen. Die sanft strömende Melodik, von Viola und Klavier feinsinnig interpretiert, übte auf den Hörer einen großen Zauber aus.
Natur-Impressionen charakterisierten die „Melodies of the sea“ op. 86 von Konstantia Gourzi. Harte Klavierakkorde ergänzt mit unterschiedlichen Instrumenten wie einer Rassel erzeugte Pianist William Youn im Stück „Waves“. Nils Mönkemeyer brachte dazu auf seiner Viola hohe, dünne Töne zu Gehör. Bannten in dem Stück „turtle“ zarte Pizzicati und zitternde Tonfolgen der Viola, dominierten im Stück „Iceberg“ knirschende Klangeffekte, die an schleifendes Eis erinnerten. In den „Reflections“ konnte man sich glitzernde Wasserflächen vorstellen, vom Klavier perlend und irisierend in Töne gesetzt.
Die sogenannte F.A.E.-Sonate ist eine Gemeinschaftskomposition von Albert Dietrich, Robert Schumann und Johannes Brahms, die 1853 für den Geiger Joseph Joachim entstand. Auf das romantische Allegro von Albert Dietrich, von Youn und Mönkemeyer mit schwelgerischer Leidenschaft gespielt, folgte das idyllische Intermezzo von Robert Schumann und schließlich das elektrisierende rasante Scherzo von Brahms.
Zart dahingetupft spielte William Youn „Une barque sur l`ocean“ Nr. 3 aus den „Miroirs“ von Maurice Ravel. Die unendliche Flut von gebrochenen Akkorden schien die Ewigkeit des Meeres zu symbolisieren. Youn verstand es meisterhaft, diesen Eindruck von Ewigkeit klangsinnlich auszudrücken.
Mit Rebecca Clarks dreisätziger Sonate für Viola und Klavier endete der Abend. Mal melodisch drängend im Impetuoso, dann wieder nervös und unruhig im Vivace, schließlich im Adagio wild und ekstatisch, bannte das Publikum die Komposition bis zum letzten Takt. Als Dank für den stürmischen Beifall spielten Youn und Mönkemeyer noch das ruhige, sanfte Lied „Mainacht“ von Johannes Brahms.