Sommergefühle beim Rosenheimer Jazzfestival

von Redaktion

Die Bands von Severin Rauch und Titilayo Adedokun zeigen zum Auftakt am Ölberg mitreißende Auftritte

Rosenheim – Beste äußere Bedingungen gab es zum Auftakt des dreitägigen Jazzfestivals des Clubs „Le Pirate“. Die Ehrenamtlichen hatten am Ölberg gleich gegenüber des Clubs eine beeindruckende Konzertinfrastruktur aufgebaut, dieses Mal sogar mit überdachter Bühne zum Schutz teurer Instrumente – die dann gar nicht so gebraucht wurde wegen der sommerlichen Temperaturen.

Den Anfang machte die Band „Severin Rauch’s Leg Transporter“ und entfaltete eine dynamische Mischung aus mitreißenden Beats, virtuosen Soli und hypnotischen Melodien. Energie, Klangfarben und treibende Rhythmen mit afrikanischen Elementen legten den Soundteppich.

Der neue Oberbürgermeister Abuzar Erdogan ließ es sich nicht nehmen und sprach in der Umbaupause nach den Worten von „Pirate“-Fördervereinsvorsitzendem Andreas Lakowski über sein Kulturverständnis und ging auf die Geschichte des Jazzclubs ein. Die Kultur sei die Seele der Stadt und man müsse die Kulturinstitutionen stärken. Riesigen Applaus gab es für die Nachricht von der Rettung der Asta-Kneipe, der Stadt und Sparkasse finanziell unter die Arme gegriffen haben.

Nach der Pause spielte das Titilayo-Adedokun-Quintett. Die amerikanische Sängerin trat zunächst in den USA und später vor allem in Italien in Opernrollen auf, auch auf Gut Immling stand sie bereits auf der Bühne. Die Tochter eines nigerianischen Pastors wuchs mit Blues und Gospel auf. In Rosenheim begeisterte sie mit einem Programm aus Blues und Gospel, mit einem Mix aus bekannten Stücken und eigenen. Dazu gehörte gleich als zweiter Titel das unverwüstliche „Stand by me“, das viele im Chor mitsangen. Mit starker Bühnenpräsenz und dem gewissen Triller und Timbre in der Stimme bannte sie das Publikum auch bei Balladen, was im Freien bei Partyatmosphäre nicht so einfach ist. „Don’t blame it on me“ und eine wunderbare Version von „Let it be“ entfalteten ihre Wirkung, ergänzt durch eine Eigenkomposition („Don’t give up“). Unterstützt wurde sie durch eine tolle Band: Bassist Ernst Techel kennt man inzwischen auch von den „Samerbergern“, am Klavier saß Carsten Goedicke, am Schlagzeug Harry Alt und Szenenapplaus gab es für die Gitarrensoli von Vlado Grizelj. Populäre Klassiker wie „Let the good times roll“ und Gospels wie „Down by the riverside“ passten perfekt zum abendlichen Ambiente und kirchlicher Umgebung – eine gute Entschädigung für die Dauerregen des vergangenen Jahres. afr

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