Aschau/Sachrang – Dem Müllner Peter von Sachrang (1766 bis 1843), der als Bürgermeister, als Müller und als Landwirt, aber auch als Musiker und Universalgelehrter in Sachrang wirkte, war das Konzert gewidmet. Für das klanglich facettenreiche und einem Hoagascht nicht unähnlich inszenierte Konzert bot die wunderschön barock ausgestaltete Sachranger Pfarrkirche St. Michael den würdigen Rahmen. Organistin Christine Klinger begrüßte mit einer „Allemande“ von Wolfgang Amadeus Mozart das Publikum, dann erklang von der Empore herab die „Missa brevis“ in G-Dur von Georg Augustin Holler, dargeboten von Konstanze Rupprecht (Sopran), Elisabeth Wagner (Alt), Florian Dennerlein (Tenor) und Lucas Klinger (Bass), allein von der Orgel begleitet. Man sah die Dorfgemeinschaft zu Zeiten des Müllner Peters förmlich vor Augen, wie sie gemeinsam in der Kirche zum Lobe Gottes musizierte und sang, so vielfältig, so abwechslungsreich war das Konzertprogramm und so elegant, so ungezwungen wechselte die Musik immer wieder aus himmlischer Ebene, der Empore, zur irdenen, dem Altarraum. Von einer schlichten Messe wechselte das vierstimmige Gesangsensemble zu Liedern, die friedliche Abendstimmung verbreiteten oder vielsprachig Gott priesen. Dazwischen erklang volkstümlich anmutende Zithermusik: Der unvergleichlich brillant aufspielende Hans Berger verzauberte mit Stücken von Joseph Haydn, Mozart, Franz Schubert und mit einer stupenden Eigenkomposition in klassischer Manier, einem Allegro in Ges-Dur. Vor dem Hauptaltar spielten Hansjörg Schellenberger (Oboe), Maria Hehenberger (Violine) und Marlies Wiederstein (Violoncello) Divertimenti von Haydn, beschwingt, differenziert und formvollendet in ihrem tanzartigen Charakter. Später trat noch die Viola (kurzfristig sprang hier Marinus Kreidt für den erkrankten Quirin Heinrich ein) hinzu: Bestechend, wie kultiviert vibratoarm, hinsichtlich Phrasierung und Artikulation bestens durchstrukturiert, die Streicher das Oboenquartett von Mozart darboten, angeführt von einer leichtfüßigen Oboe.
Zwischendurch gab es immer wieder Klangeinwürfe von der Empore, mal für E-Klavier (Christine Klinger) und Gitarre (Lucas Klinger), mal für Gitarre und Cello (Konstanze Rupprecht), mal für Gitarre und Geige (Florian Dennerlein) und mal für Geige und Klavier – Werke aus der Sachranger Noten-Sammlung, ein jedes für sich eine kleine klangliche Kostbarkeit. Eine jede Stimme, ein jedes Instrument hatte seine Berechtigung, durfte sich unaufdringlich hervortun, durfte glänzen, miteinstimmen und mitgestalten. Überhaupt paarten sich beim Namenstagskonzert Spielfreude, Lebendigkeit paarte sich mit geistig- emotionaler Tiefe, eine kleine Prise Humor mit einer gewissen Portion Ehrfurcht. Dem Namenstagskind, dem Müllner Peter, hätte ein solches Konzert sicherlich gefallen. Beim Publikum kam das Namenstagskonzert auch bestens an, belohnte jeden Beitrag mit lautem Applaus. „An Irish Blessing“, ein vierstimmiges A-caopella-Traditional von James E. Moore, beschloss das Konzert. Ein stilles Gebet, das ob seiner Geradlinigkeit Hoffnung verströmte. Möge sich die musikalische Tradition des Müllner Peter noch viele Jahre fortsetzen. Elisabeth Kirchner