Filigrane Gefäße und lichte Stoffe

von Redaktion

Keramik und Textiles von Franziska Kronmüller und Lena Huber in der Galerie Eden

Bad Aibling – Sie ist eine Spiegelung der augenblicklichen Jahreszeit, die Ausstellung von Franziska Kronmüller und Lena Huber in der Galerie Eden. Leicht und anmutig, aber beileibe nicht oberflächlich, präsentiert sie sich dem Besucher in unterschiedlichen Techniken.

Außergewöhnliche keramische Gefäße von Franziska Kronmüller und leicht anmutende textile Werke von Lena Huber bestimmen den lichtdurchfluteten Raum. Franziska Kronmüller studierte in Offenbach, Halle, Reutlingen und Gent. Ihre Gefäße werden von Hand aufgebaut und anschließend bemalt, gerne mit blauer Farbe. Die Formen reichen von höchst filigranen schlanken Gefäßen bis zu bauchigen kräftigen Vasen mit beabsichtigten Verformungen.

Bei den filigranen Gefäßen handelt es sich um Keramik, die vielfach kunstvoll durchbrochen ist, sei es über ihrer ganzen Höhe, sei es nur am oberen Rand eines sonst glatt gearbeiteten Bechers oder Kruges. Es kommt vor, dass Schlaufen und Schlingen den kunstvollen Abschluss eines Gefäßes bilden. Aber es gibt auch Vasen, bauchig oder in fast geometrischer Form, die durchaus für Blumen zu benutzen sind.

Franziska Kronmüller arbeitet ihre Gefäße der reinen Ästhetik halber, aber auch als Artikel für den funktionalen Gebrauch. Blaue Farbe zieht sich über die Oberfläche, unregelmäßig aufgetragen, überraschend im Design. Kronmüllers Bilder, mit Acryl und Ölkreide auf Leinwand gemalt, setzen Akzente an den Wänden. Hell und licht prägen sie den Charakter der Ausstellung.

Ebenso tun dies die aufgehängten Textilarbeiten, die die Blicke auf sich ziehen. Sie stammen von Lena Huber, die in Offenbach Design studierte und gelernte Goldschmiedin ist. Sie hat sich ganz dem Umgang mit pflanzenbasierten Farben zugewendet. Recycelte oder Vintage-Textilien sind ihre Werkmaterialien. Studiert man die Beschreibung der Arbeiten, stößt man auf Bezeichnungen, die fremd klingen. „Shibori“ zum Beispiel bezeichnet eine sorgfältige Faltung eines Textils, die Flächen vor dem Farbauftrag schützt, sodass nur die frei gelassenen Partien Farbe annehmen.

Cutch ist beispielsweise ein Farbton, der aus Akazienholz gewonnen wird und Indigo eine tiefblaue organisch-chemische Verbindung. Auch Resede, gewonnen aus der Resedapflanze, leistet mit ihrem sanften Gelbton einen wichtigen Beitrag in der Gestaltung. Zwei hängende Objekte, die mit resedabasierten Farben gestaltet sind, assoziieren diese Pflanze mit einfachen Strichen.

Kuratorin Sarah Regensburger hat den beiden jungen Künstlerinnen einen Klassiker zur Seite gestellt, den Surrealisten Salvador Dali. Als Leihgabe hängen sieben Radierungen des spanischen Malers aus der Werkserie „Faust – La Nuit de Walpurgis“. Hier lernen wir Dali als einen Künstler kennen, der als Zeichner von grafischem Denken geprägt ist. „Hexen mit Besen“, „Frau mit Clown“ oder „Alter Faust“ zeigen die aufgelöste Ordnung, in meisterhafter Linienführung verschmelzen Absurdes und Erschreckendes. So machen alle drei Positionen etwas sichtbar, „das nicht unmittelbar sichtbar ist. Nicht das fertige Bild steht im Zentrum, sondern das Entstehen.“ Der Titel „Traces“ „verweist auch auf das, was zwischen den Arbeiten geschieht“ (Regensburger).

Ute Bößwetter

Bis 31. Juli

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