Geburtstagsgruß der Kabarettstars

von Redaktion

Der Mühldorfer Haberkasten hat sein 30. Jubiläum mit einem Gala-Abend gefeiert. Rund 200 Gäste erlebten ein Programm aus Musik und Kabarett. Unter anderem traten Luise Kinseher und Wolfgang Krebs auf. Michael Altinger führte als Moderator durch den Abend.

Mühldorf – „Das Markenzeichen von Mühldorf“: Altbürgermeister Günter Knoblauch beschrieb den Haberkasten als Alleinstellungsmerkmal sowie Kultur als Lebensqualität. Wie Claudia Hugerhuber, die aktuelle Bürgermeisterin von Mühldorf, in der Eröffnungsrede betonte, liege der erste Bau der Kulturstätte bereits 600 Jahre zurück. „Diese Idee war innovativ, ich hoffe, dass es die nächsten 30 Jahre mindestens genauso weitergeht“, sagte Hungerhuber.

Aber zurück zum Anfang. Es war ein Geburtstag wie kaum ein anderer: Kerzenlicht, festliche Dekoration und ein sommerlich frisches Menü, das zusammen mit dem Duo „As time goes by“ die rund 200 Gäste durch den Abend begleitete. Das erste musikalische Geburtstagsgeschenk machte Stefan Zauner, ehemaliger Leadsänger der Band „Münchner Freiheit“, mit seiner Frau Petra Manuela. Sie widmeten dem bei vielen, seit 1985 eingebrannten Ohrwurm „Ohne dich schlaf’ ich heut’ Nacht nicht ein“ einen neuen Songtext: „Kein Platz ist so wie du“, denn kein Platz ist so wie der Haberkasten.

„Wenn in ein E-Auto der Blitz einschlägt, ist es dann geladen?“ Wer oft Bayern 1 hört, dem kommt dieser Humor bekannt vor. Wolfgang Krebs verkörperte Markus Söder und führte durch einen Tag des Ministerpräsidenten im Freistaat Bayern, der wohlgemerkt in einer Bratwurstfabrik startete. Ganz unter dem Motto „Wir lassen uns die Bratwurst von den Grünen nicht verbieten“ war Politik an diesem Abend in aller Kabarettisten Munde.

Um Bayern ging es auch im Musikkabarett der Bavaro-Pop-Band „D’BavaResi“. Das Dreiergespann aus Sebastian Horn, Mathias Kellner und Otto Schellinger kombinierte geschickt bayerische Songs mit weltbekannten Hits. Unter anderem mit italienischem Flair zeigte die Band ihre eigene Welt. Denn Bayern kann nicht nur die Bayernhymne, Bayern kann sogar Eminem: So verwandelte sich „Resi, i hol di mit’m Traktor ab“ schnell in „Lose Yourself“ des amerikanischen Rappers. Halb bayerisch, halb amerikanisch ist auch „Mary from Bavary“. Eine leicht angeschickerte Bayerin im seidenen Morgenmantel, mit pinker Boa um den Hals, betrat singend die Bühne. Die Figur von Kabarettistin Luise Kinseher schaffte es, mit viel Charme und Satire über Politik, Gesellschaft und die kleinen Absurditäten des Alltags zu philosophieren. „Wer Bayern kennt, der kennt die Welt.“ Sie erzählte von der ersten Liebe – bei ihr war es ein Hamster – und dem Leben als junge Frau auf dem Land, die sich neugierig nach der großen weiten Welt sehnte. Und so begann ihre Reise nach Amerika, immer tief verbunden mit ihrer Heimat: Bayern.

Michael Altinger und Haberkasten – das passt wie die Faust aufs Auge. Er stand 1988 zum ersten Mal auf der Mühldorfer Bühne. Und am Mittwoch zum 30. Jubiläum des Kulthauses, moderierte er den Gala-Abend, der noch dazu den 75. Auftritt seiner Kabarett-Karriere bedeutete.

Mama, Oma, Tante: Die bayerische Familie beschäftigte Altinger auf der Bühne. „Wie alt wird ein Huhn, wenn man es nicht schlachtet?“ Solche Fragen begegneten ihm. Dabei führte er Dialoge auf, die einem in einem bayerischen Haushalt begegnen könnten.

Im Oktober 2024 lief zum letzten Mal die allseits bekannte Sendung „Grünwalds Freitagscomedy“ im BR. Umso spürbarer war die Freude des Publikums, den einzigartigen Grünwald-Humor noch einmal live zu erleben. An diesem Abend war der „Gentleman der alten Schule“ nicht als Kabarettist im Haberkasten: Er brachte mit der Band Rad Gumbo & Günter Grünwald „Bayerisches Kabarett trifft auf Southern Blues“ den roten Faden über Politik und Globalisierung und manchmal auch die Liebe, zu Ende: „Ich erwarte nichts mehr im Leben, weil, wenn man nichts erwartet, ist jeder Furz ein Geschenk.“

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