Die zeichnerische Szene der bayerischen Hauptstadt geprägt

von Redaktion

Ausstellung in der Bad Aiblinger Villa Maria zeigt Arbeiten von Ernst Kößlinger

Bad Aibling – Wenig bekannt ist Ernst Kößlinger in unserer Region, dafür umso mehr in der Stadt München. Kößlinger wäre in diesen Tagen 100 geworden, verstarb aber 2020 im Alter von 94 Jahren. Der Münchner Merkur würdigte ihn damals als einen der besten Grafiker Münchens, der die zeichnerische Szene der bayerischen Hauptstadt geprägt hat. Dies und mehr Details erfuhren die Besucher der Vernissage in der Villa Maria aus dem Mund von Bernhard Kößlinger, dem Sohn des Künstlers. Galerist Ernst Geyer hat den Kontakt zur Familie des Grafikers aufrecht erhalten und dadurch die Ausstellung in der Villa ermöglicht. Unter ärmlichen Verhältnissen bei einem Onkel aufgewachsen, begann Ernst Kößlinger eine Lehre als Klischeeätzer, die durch den Kriegsdienst, zu dem er als Sechzehnjähriger eingezogen wurde, eine Unterbrechung fand. Erst nach dem Krieg und amerikanischer Gefangenschaft konnte er seine Lehre beenden und schließlich als selbstständiger Grafiker arbeiten. Mit Druckgrafiken, Holzschnitten und Radierungen erlangte er bald den Ruf einer Koryphäe, was ihm schließlich eine Lehrtätigkeit an der „Akademie für das Grafische Gewerbe“ und ab 1971 eine Professur für Grafikdesign an der Fachhochschule München eintrug. Einem breiten Publikum wurde er jedoch durch Plakate für das Münchner Oktoberfest, für das Stadtmuseum München und für die Auer Dult bekannt. Außerdem schuf er 40 Sonderbriefmarken für die Post und wurde zweimal mit der „schönsten Marke Europas“ ausgezeichnet. All das erfuhren die erstaunten Besucher durch die Rede des Sohnes. Neben 31 Bildern (Radierung, Holzschnitt, Linolschnitt) hängen zwei Plakate und mehrere Beispiele seiner Briefmarkenkunst an den Wänden. Das Plakat für das Oktoberfest 1971 zeigt ein Gefäß, entfernt einem hohen Bierglas ähnelnd, um das herum sich strudelnde Bewegung zeigt: ein Abbild für kulinarischen Genuss und temporeiche Drehungen durch die Fahrgeschäfte gleichzeitig.

Die Ausstellung ist nur für die Dauer von zwei Wochen, bis Sonntag, 2. August, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Freitag, 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr, in der Galerie Villa Maria, Rosenheimer Straße 43, Bad Aibling, Telefon 08061/ 92770, E-Mail e.c.geyer@t-online.de, www.galerie-villa-maria.de. Ute Bößwetter

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