Lobpreis der Schöpfung im Zentrum

von Redaktion

„Rejoice“ mit Vox Regalis – Werke von Peter Anglea, Mendelssohn Bartholdy, Gabriel Fauré und Benjamin Britten

Rosenheim – Mit einer eindrucksvollen Vorstellung mit Chorwerken aus drei Jahrhunderten wartete der Kammerchor „Vox Regalis“ (aus dem Verein Sänger ohne Grenzen) unter dem souveränen und unaufgeregten Dirigat von Michael Anderl in der Christkönigkirche in Rosenheim auf. Anlässlich des 800. Todesjahres des heiligen Franz von Assisi stand der Lobpreis der Schöpfung im Mittelpunkt.

Zum Auftakt erklang das „Jubilate Deo“ von Peter Anglea. Ein Lobgesang für vier Stimmen, großartig un-vordergründig am E-Klavier von Jeanne Yang begleitet, der mit rhythmischen und dynamischen Klangeffekten punktete. Beim doppelchörigen und teils solistisch aus den Chorreihen besetzten A-cappella-Psalm „Warum toben die Heiden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy verschmolzen Expressivität und feine Dynamik zu einem dichten klanglichen Gebet. Das sich im „Adiemus“ aus „Songs of Sanctuary“ von Karl Jenkins, hier dargeboten von Frauenchor, Altblockflöte und Klavier, in Fantasiesprache fortsetzte.

Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“ boten die gut einstudierten Chorstimmen in farbprächtiger Sprache dar. Nicht minder freudig gelang der Psalm „Jauchzet dem Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Text und Musik wurden da vorbildlich durchdrungen. Von der Empore, quasi aus himmlischen Sphären, erklang dann das „Alleluja. Jubilate“ von James Whitbourn für Frauenstimmen und Orgel. Was für ein Nachhall, der noch mit dem 20 Uhr Geläut der Kirchenglocken verstärkt wurde. Das Hauptwerk des Abends war „Rejoice in the lamb“ von Benjamin Britten für Chor, Solisten (Eva Maria Amann, Sopran, Herman Odwald, Bonko Karadjov, Bass, und Martin Hörberg, Bass) und Jeanne Yang, Orgel.

Basierend auf Christopher Smarts „Jubilate Agno“ vertonte Britten dessen Gedicht mit rhythmisch exakten, einfachen Melodien und sich wiederholendem Halleluja-Gesang. Der Chor leitet feierlich unisono um den Grundton c den Lobpreis ein, dann folgen Personen aus dem Alten Testament, später Smarts Kater Jeoffry (Sopransolo), dessen Widersacherin, die tapfere Maus (Basssolo), und Blumen (Tenorsolo), und noch später verschiedene Instrumente und dazwischen lässt der Basssolist Smarts mystisches Alphabet („For M is musick and therefore he is God“) erklingen. Durch das gesamte Werk ziehen sich eine fünftönige aufsteigende Tonleiter und ein nachfolgender Dreiklang, Volks- und Kinderliedern nicht unähnlich.

Großartig, wie die gut artikulierenden und wohlfein dynamisch agierenden Stimmen, begleitet von glänzendem und Register-reichem Orgelspiel all diese Wesenszüge des vertonten Gedichts herausarbeiteten. Und doch hätte ein im Programm abgedruckter Text nicht geschadet. So mancher Konzertbesucher (darunter auch die Rezensentin) zückte da so nebenbei das Smartphone, um die Gedichte mitzulesen. Auf Felix Mendelssohn Bartholdys meditative Hymne „Hör mein Flehen“ für Sopran, Chor und Orgel folgten noch zwei Sätze aus dem „Evening Service“ in G-Dur von Ch. Villiers Stanford zum Lobpreis Gottes: Sakrale Aura, die sich mit der weiträumig relativ halligen Akustik des Kirchenraumes noch intensivierte. Ein überzeugendes „Rejoice“. Schade, dass der Einladung nur mäßig viele Zuhörer folgten.

Wer das Konzert verpasst hat, nicht traurig sein. Am 20. September kann man Vox Regalis wieder hören: Beim Benefizkonzert „Gemeinsam gegen den Krebs“ in der Pfarrkirche Heiligkreuz in Traunstein.

Elisabeth Kirchner

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