Mühldorf – Wer intelligenten Humor, kombiniert mit bayerischer Sprache, liebt, war am Donnerstag (23. Juli) im Haberkasten genau an der richtigen Stelle. Im Rahmen des Sommerfestivals stand Helmut Schleich vor ausverkauftem Haus auf der Bühne. Er ließ den Abend zu einem kabarettistischen Höhepunkt aufsteigen.
Der Künstler entschuldigte sich gleich zu Beginn der Veranstaltung für seine altertümliche Begrüßung: „Bei mir heißt es immer noch Damen und Herren, auch wenn sich irgendjemand vielleicht als Hirschledersofa identifiziert.“ Und schon war die aktuelle Politik ein Thema, sprich die Debatte um die Leihmutterschaft. Schleich fragte sich, was der Begriff eigentlich bedeuten solle. „Ich habe noch eine Mutter, ich brauche keine Leihmutter, aber vielleicht kann man sich bei der von der Leyen ein Kind leihen, schließlich hat sie davon sieben Stück.“
Abrechnung mit der Bundespolitik
Hurtig ging es weiter mit der Gluthitze in Deutschland, die der Kabarettist mit dem langen Dürren, sprich mit Friedrich Merz, in Verbindung brachte. „Die Klimakatastrophe ist bei uns angekommen.“ Doch Merz sei durchaus ein heller Kopf, weil er Trump, dessen Großvater aus Deutschland stamme, zu uns eingeladen habe. „Man sieht also, Rückführungen wären durchaus möglich.“
Über Doro Bär, die Bundesministerin für Technologie und Raumfahrt, dachte Schleich ziemlich laut nach: „Unsere Panzer fahren nicht, die Flieger fliegen nicht, aber wenigstens ist die Ministerin zum Schießen.“ Die ehemaligen Minister wie der Habeck kamen ebenfalls an die Reihe, weil Schleich von seinem Spezl Freddy erzählte, der jede Woche im Kanzleramt anrufe und nach Habeck verlange. „Ja, warum machst du das denn, frage ich Freddy verzweifelt, und der meint, er kann es nicht oft genug hören, dass der Robert kein Minister mehr ist.“
Und was ist eigentlich aus der Nancy Faeser geworden? Die sei unauffindbar, vielleicht im Weltall verschwunden? „Ich schau mir deshalb gerne Raumschiff Enterprise an, aber nur dann, wenn Captain Kirk auf Betäubung einstellt.“ Vom Weltall zu Gott ist es ja nicht weit. Schleich wunderte sich, dass Gott plötzlich queer sein solle. „Wenn das stimmt, dann muss der Teufel divers sein, weil er seinen Schwanz hinten hat.“
Parodie als krönender Abschluss
Im weiteren Verlauf des Abends pries der Künstler eine neue Errungenschaft an: den Biogasfernseher. Dieser erzeuge seinen Strom aus dem Mist, der ständig gesendet werde.
Weil Helmut Schleich nicht nur ein genialer Kabarettist, sondern auch ein Parodist vom Feinsten ist, zog er sich zum Schluss der Vorstellung einen grünen Janker an, und schon verwandelte er sich zur Begeisterung des Publikums in Franz Josef Strauß. Der schimpfte ordentlich über seine Nachfolger in der Regierung, die allesamt nicht an ihn heranschmecken könnten. Auch Angela Merkel nicht, obwohl die, so Strauß, in ihrer Amtszeit zwei sehr gute Sätze sagte. Im Jahr 2015 „Wir schaffen das“ und 2020 „Bleiben sie zu Hause“. Nur die Reihenfolge wäre falsch gewesen. Falsch war es hingegen keinesfalls, dass die Kulturstadt Mühldorf Helmut Schleich engagierte, was am tosenden Applaus des Publikums abzulesen war. Ohne Zugabe wurde der Künstler natürlich nicht entlassen. Ursula Huckemeyer