Amerang – Große Gefühle, eingängige Melodien, dramatische Geschichten und starke Stimmen. Dass Oper, Musical, Film und Unterhaltungsmusik eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen, zeigte der Konzertabend „Hollywood goes Opera“ im Rahmen der Opernfestspiele Amerang. Im Mittelpunkt standen das Orchester und die Solisten der Opernfestspiele Schloss Amerang unter der Leitung von Eduard Matscheko.
In einem Wechsel zwischen dramatischer Opernmusik, romantischen Melodien und populären Musical-Klängen standen im ersten Teil Verdis und Mascagnis berühmte Intermezzi neben Stücken aus „Anatevka“, „West Side Story“ und „South Pacific“. Die Stücke „Nessun dorma“, „Largo al factotum“, „Belle nuit“ oder „O mio babbino caro“ zeigten zugleich unterschiedliche Facetten der Oper: große dramatische Gefühle, virtuose Komik, lyrische Duette und schwärmerische Melodien.
Nach der Pause wurde der Bezug zu Hollywood und internationaler Unterhaltungsmusik noch deutlicher mit Titeln wie „My Heart Will Go On“, dem Thema aus „Der Pate“, „New York, New York“ und „My Way“, die durch Filme oder große Bühnenproduktionen weltweit bekannt geworden sind. War der erste Teil noch deutlich klassischer und opernorientierter, so wurde das Programm im zweiten Teil populärer und stärker von bekannten Melodien geprägt. Das gemeinsame Finale mit „‘O sole mio“ brachte schließlich alle Mitwirkenden zusammen und schuf den krönenden Abschluss.
Stilistische Vielseitigkeit unter Beweis gestellt
Bei den Solisten stach die Amerikanerin Sara Casey durch stilistische Vielseitigkeit und starke Bühnenpräsenz hervor. Die Sopranistin wechselte souverän zwischen Oper, Musical und Filmmusik und verlieh sowohl Arien als auch populären Songs mit ihrer starken Opernstimme große Ausdruckskraft.
Fernando Araujo brachte als erfahrener Bariton stimmliche Präsenz und darstellerische Souveränität ein. Die Figaro-Arie „Largo al factotum“ aus Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ nutzte er zudem für einen humorvollen Werbeblock im Festivalprogramm. Der Spanier Adrià Mas setzte mit seinem kraftvollen Tenor Akzente, besonders in Puccinis „Nessun dorma“ und im Duett „Time to Say Goodbye“.
Das 17-köpfige Festival-Orchester unter Maestro Eduard Matscheko beeindruckte mit einem dichten, nuancenreichen Klang. Beispielhaft für das Können der jungen Instrumentalisten stand eine Soloeinlage der Zwillingsschwestern Mariko und Mamiko Miyazaki, die Mozarts „Türkischen Marsch“ auf zwei Violinen virtuos und temporeich interpretierten und dafür tosenden Applaus ernteten. Angela Pillatzki