Oberaudorf – Das grenzüberschreitende Netzwerktreffen „Filmfestivals im ländlichen Raum Bayern-Tirol“ ist in Oberaudorf erfolgreich zu Ende gegangen. Wie „public insight“ mitteilt, haben die Musikfilmtage Oberaudorf und die Fachhochschule (FH) Kufstein Tirol die Veranstaltung gemeinsam ausgerichtet.
Ermöglicht wurde das Treffen durch die Förderung als Euregio-Projekt der Europäischen Union im Rahmen des Interreg-Bayern-Österreich-Programms, das die langfristige grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärkt und der Veranstaltung einen klaren regionalen Entwicklungsfokus gab. Den inhaltlichen Mittelpunkt bildete ein Fachvortrag von Dr. Kerstin Fröber von der Universität Regensburg, die zugleich die Grenzland-Filmtage Selb leitet. Sie zeigte auf, wie Festivals im ländlichen Raum durch klare Profilbildung, starke regionale Verankerung und verlässliche Partnerschaften nachhaltig Wirkung entfalten können. Eine anschließende Podiumsdiskussion vertiefte die Themen mit reger Beteiligung des Publikums. Dabei stand unter anderem die Zukunft des Kinos im Spannungsfeld von Streaming und Saalerlebnis im Fokus: Streaming erweitere zwar die Reichweiten, könne die Gemeinschaftserfahrung jedoch nicht ersetzen. Festivals hingegen böten Kuratierung, Kontext und Begegnung und blieben damit ein unverwechselbarer Ort für Filmkultur. Auch die Rolle von Social Media wurde diskutiert: Sichtbarkeit entstehe durch kontinuierliches Storytelling, Einblicke hinter die Kulissen und plattformgerechte Formate. Eine besondere Perspektive brachten Studierende der FH Kufstein Tirol ein, die das Treffen als Vertreter der Generation Z begleiteten. Ihr zentrales Fazit: Festivals lebten von analogen Erlebnissen und Begegnungsmöglichkeiten vor Ort – vom Gespräch nach der Vorstellung bis zum Community-Moment. Digitale Kanäle sollten diese Erfahrungen vorbereiten, verlängern und sichtbar machen, sie jedoch nicht ersetzen. Neben dem fachlichen Programm stand das Miteinander im Vordergrund: Bei sonnigem Wetter führte eine Wanderung zur Einkehr im Berggasthof Hummelei, wo Kontakte vertieft, Kooperationsideen geschmiedet und nächste Schritte verabredet wurden. Zu den Teilnehmern zählten Vertreter des Internationalen Filmfestivals Innsbruck, des Kufsteiner Kulturvereins Wunderlich, der Nonfiktionale Bad Aibling, der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München sowie Akteure aus Wasserburg. Diese Vielfalt unterstrich laut public insight die Stärke der Region: ein dichtes Netzwerk engagierter Akteure, das Filmkultur im Alpenraum gemeinsam weiterentwickeln will.