Gemeinsam singen am See

von Redaktion

Aus der Volksmusikpflege Einladung zu einer erfolgreichen Veranstaltungsreihe am 12. August

Bad Endorf – Die Volksmusikpflege im Landkreis Rosenheim gestaltet am kommenden Mittwoch, 12. August, um 19 Uhr in Schloss Hartmannsberg bei Hemhof wieder ein sommerliches „Singen am See“. Die Bevölkerung ist eingeladen zum Mitsingen von bayerischen und deutschen Volksliedern: bei passendem Wetter auf der Seeterrasse, bei Regen im Klaviersalon. Wenn die Sonne besonders heiß herunterstrahlt, werden schattige Plätze unter den Bäumen aufgesucht. Die fleißigen Helfer unter den Mitsängern stellen die Stühle auf. Für Getränke und kostenlose Liederblätter sorgt der „Förderverein Volksmusik Oberbayern“.

In der Reihe „Singen am See“ ist die Bevölkerung seit einigen Jahren in den Sommermonaten eingeladen, in der wunderbaren Abendstimmung zwischen Schloss und See mit Ernst Schusser und Eva Bruckner Volkslieder zu singen, ungekünstelt und unperfekt, zur eigenen Freude. Notenkenntnisse und Singerfahrung sind nicht notwendig. Jede(r) kann kommen und mitmachen.

Es werden auch Lieder angestimmt, die früher im Rosenheimer Land und im Chiemgau gern gesungen wurden. Unter dem Titel „Ein Mädchen wollte früh aufstehn“ schlagen die ausgewählten Lieder einen großen Bogen von den vielstrophigen erzählenden Balladen der alten Zeit zu den kleinen vierzeiligen Schnaderhüpfln. Einige Gesänge wurden im Landkreis Rosenheim aufgezeichnet, so zum Beispiel das erzählende Lied von der „Brombeerpflückerin“, das bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Der ehemalige Postbote Fritz Huber (1894 bis 1982) von Ostermünchen hat es gern mit einer lebendig-mitreißenden Melodie beim Hoagartn gesungen.

Ganz anders geartet sind die Schnaderhüpfl, die Christl Arzberger (1934 bis 2001) aus Wasserburg von den Honorationen an den bürgerlichen Stammtischen gehört und in seiner unnachahmlichen Art allein oder im Duo mit Gerhard Tristl weitergetragen hat. Viele dieser lustigen Unterhaltungsverse haben die Münchner Volkssänger um 1900 in den Bierkellern und Wirtschaften vorgetragen, wo auch der damals noch junge Kiem Pauli (1882 bis 1960) Lieder gelernt und gesungen hatte. Sehr unterhaltsam sind die Gesänge, die das Ehepaar Sepp (1937 bis 2023) und Rosa Linhuber aus Eggstätt zum Besten gegeben hatten: Ob die Geschichte von „Adam und Eva – vom Sündenfall im Paradies“ oder das Couplet „I tausch net aus“. Immer hatten die Zuhörer oder die Mitsänger in geselliger Runde eine große Freude und verlangten nach mehr.

Im Dezember 2019 wurde Ernst Schusser vom Kreistag des Landkreises Rosenheim zum ehrenamtlichen Kreismusikpfleger bestellt. Der damalige Kulturreferent des Landkreises, Christoph Meier-Gehring, hat die Aufgaben so beschrieben: „Der ehrenamtliche Kreismusikpfleger kümmert sich in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat des Landkreises Rosenheim um die Bereiche alpenländische weltliche und sakrale Volksmusik im Landkreis Rosenheim. Unter anderem sollen regionale Sammlungen erhoben und archiviert und gegebenenfalls Noten und weitere Drucksachen herausgegeben werden. Zudem ist ein wichtiger Bereich die Förderung des natürlichen und sozialen Singens in Gemeinschaft für alle Altersschichten ohne Leistungsdruck.“ Und so mache ich seit gut fünf Jahren mit großer Freude diese wunderbare ehrenamtliche Tätigkeit für die Bevölkerung und die heimatliche musikalische Volkskultur. Das „Singen am See“ ist ein kleiner Teil meiner Angebote. Ernst Schusser

Einladungen zum Mitsingen

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