Ganz Prien ist eine Galerie

von Redaktion

„Kunstzeit“ präsentiert im Ort noch bis 13. September Arbeiten von 80 Künstlern

Prien – „Nehmen Sie sich Zeit:“ Kuratorin Inge Frickes Ansage trifft den Nagel auf den Kopf. Viel gibt es nämlich zu entdecken bei der diesjährigen „Kunstzeit“. Noch bis zum 13. September gibt es „Kunstzeit“ an vielen Ecken, in Geschäften, in Passagen, am Bahnhof, in Gärten und Parkanlagen sowie in und rund um die Kirchen. Vertreten sind über 80 Künstler zwischen 16 und weit über 80 Jahren.

Eine stimmige
Präsentation

In Zusammenarbeit mit der Priener Marketing GmbH (PriMa), mit der Gemeinde, mit Geschäften, Banken, Praxen und Lokalen hat der Kulturförderverein Prien am Chiemsee Künstler der Region gebeten, das Zentrum Priens, aber auch Orte in der Umgebung, mit Kunstwerken zu schmücken. Das malerische Ortsbild tut sein übriges dazu. Von namhaften Künstlern wie Ekaterina Zacharova, Sylvia Roubaud, Rudl Endriß und Andreas Kuhnlein angefangen bis hin zu Nachwuchstalenten wie Lia Partsch, Laura Kalbeck, Lisa Pufahl oder Anian Herden – jedes einzelne Kunstwerk wirkt an seiner Lokation wie bestimmt, dazugehörend und stimmig.

An der Nepomukbrücke grüßt „Madame Butterfly“ von Ekkehard Wiegand, und im Kronast-Haus begegnet man der langsamen Form der Dinge mit Arbeiten von Vicky Anna Lardschneider, Clemens Büntig sowie Gregor Passens und Torsten Mühlbach. Die Kunstschätze der Pfarrkirche und die Taufkapelle hat Moni Stein mit „Skulpturen“ bereichert und in der Petite Galerie in den Arkaden locken Ouevres von Christa Biere, Christa Bock-Köhler und Brigitte Mücke.

„Sein und Schein“
im Kurpark

Auf dem Weg zum Kurpark des Medical-Park Prien Kronprinz kommt man an Rudl Endriß steinernem „Spiegel“ und an Gerhard Kays Bronzeskulptur „Der Schaufler“ vorbei, ehe man sich im Garten des Kurparks in Andreas Kuhnleins „Schein und Sein – Befreiung“ vertiefen kann. Eine hölzerne Metamorphose: Matroschka-gleich wachsen die Figuren und richten sich – in hellem Holz – nackt und bloß auf der anderen Seite wieder auf.

Zurück zum Markplatz 1, zu „beyond faces.“ 13 Künstler beschäftigen sich hier mit Identität, Wahrnehmung und das, was hinter der sichtbaren Oberfläche liegt – mit unterschiedlichsten Techniken und unterschiedlichsten Perspektiven.

In einem Bekleidungsgeschäft an der Bernauer Straße spiegeln sich mediterran wirkende Bilder von Ekaterina Zacherova, in einem Reisebüro wetteifern Urlaubsbilder mit afrikanisch wirkender Kunst, in der Kunsthalle am Bahnhofsplatz gibt es wöchentlich neue Kunst zu entdecken, und an der Außenwand der Kunsthalle setzen sich Nicola Heim, Karin Schneider-Henn und Joanna Distelfeld mit der Frage auseinander: „Ist Heimat ein Ort?“

In der Christuskirche zeigt Siglinde Berndt mit „Seelenschiffchen“ eine Installation über Erinnerung, Abschied und Hoffnung. „Zwischenräume“ eröffnen sich dem geneigten Betrachter in der Schulstraße 4: Das Baudenkmal haben acht und Künstler nicht einfach bespielt, sondern sind mit ihm in einen Dialog getreten, zeigen neue Blickwinkel zwischen Raum, Atmosphäre und Experiment auf. Der geneigte Leser merkt, für die „Kunstzeit“ braucht man Zeit. Denn quer durch den Ort lässt sich noch mehr Kunst entdecken. Besser gesagt: Kunst begegnet dem Menschen, in Galerien, in Geschäften, Werkstätten, Restaurants, Cafés, Innenhöfen und in Gärten. Ein besonderes Ausflugsziel ist auch der Garten von Karin Schneider-Henn in Gänsbach. Skulpturen, Licht, Fotografie, Natur und Garten treten in einen lebhaften Dialog – unter freiem Himmel. Wer durch den Garten bei Rimsting und oder durch Prien schlendert, kann mit den Künstlern und den Kunst-Gastgebern ins Gespräch kommen oder aber die „Kunstzeit2 still für sich genießen. Nehmen Sie sich die Zeit: Es lohnt sich.

Noch bis 13. September zu sehen

Artikel 3 von 5