Eine farbenfrohe Inszenierung bot Verdis „Un ballo in maschera“. Foto Kerrsenbrock
Halfing – Die letzten Arien sind verklungen, nun sorgen wieder Pfaue, Esel, Ziegen und Hühner für den „Belcanto“ auf Gut Immling. Mit dem Finale Grande ist das Immling-Festival 2026 zu Ende gegangen. In seinem 30. Jubiläumsjahr lockte das Festival gut 21.000 Besucher auf den „grünen Hügel“ im Chiemgau. Längst hat sich das Festival weit über die Grenzen des Landkreises Rosenheim hinaus einen Namen gemacht. Die Gäste reisen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland an.
„Ein besonderes
Festivaljahr“
Intendant Ludwig Baumann zieht eine positive Bilanz: „Unser 30. Festivaljahr war ein ganz besonderes. Wir haben mit unserem Publikum wieder mit über 40 Nationen gemeinsam auf unserem kleinen grünen Hügel gezeigt, dass es trotz der angespannten Weltlage möglich ist, Menschen aller Couleur in einem gemeinsamen Sinne zusammenzubringen. Unsere Nachwuchstalente sowohl des Kinderchores als auch der Musical Akademie zeigten Höchstleistungen, die uns selbst zum Staunen brachten – auch bei einem wunderbaren Inklusions-Nachmittag.“ Das alles motiviere, in die neue Planung für den Winter und die nächste Saison zu gehen. Baumann dankte allen Sponsoren und Förderern – „und natürlich dem wunderbaren Publikum – danke für viele Jahre Unterstützung, Engagement und Begeisterung für das Projekt Immling-Festival“.
Vier große Opernproduktionen standen in diesem Jahr auf dem Programm. So startete das Festival mit Puccinis „Tosca“. Dabei gab es ein Wiedersehen mit dem Immlinger Traumpaar Maria Natale und Vasyl Solodkyy aus dem vergangenen Sommer. Beide überzeugten erneut Publikum und Presse.
Es folgte Donizettis „Lucia di Lammermoor“ mit einem eindrucksvollen und überzeugenden Regiekonzept der jungen britischen Regisseurin Ella Marchement. Die ukrainische Sopranistin Inna Fedorii hinterließ beim Immlinger Publikum einen nachhaltigen Eindruck. Verdis „Un ballo in maschera“ bot fantastische Kostüme, atemberaubende Bilder und eine überzeugende Besetzung. Mozarts „Die Zauberflöte“ durfte im Jubiläumsjahr natürlich nicht fehlen – schließlich war sie die Oper, mit der die Geschichte des Immling-Festivals einst begann. Intendant Ludwig Baumann versetzte Mozarts Klassiker diesmal auf einen fernen Planeten und verlieh der bekannten Geschichte damit eine ganz eigene, fantasievolle Perspektive.
Neben den Opernproduktionen sorgten drei große Orchesterkonzerte für musikalische Höhepunkte und große Emotionen. Die musikalische Leiterin Cornelia von Kerssenbrock zeigt sich begeistert von den Leistungen von Festivalchor und Festivalorchester: „Dieses Jahr war ein besonderes Jahr mit vielen Höhepunkten – gestartet hat es eigentlich schon im März mit einer Deutsch-Georgischen Kooperation mit 60 Immlingern in Georgien, dann vier Opern, ein Musical und drei große Konzerte in Immling. Das Engagement gerade unseres Immlinger Hauschores war unermesslich und das Orchester wuchs ebenso mit den diesjährigen besonders hohen Herausforderungen. Wir sind stolz darauf, wieder junge Stimmen gefunden zu haben, die Weltklasse sind und die auf dem Sprung in die große Liga stehen. Ebenso stolz sind wir auf unsere eigene Akademie und den Immling Spirit, der auf das Publikum überspringt.“ Ein Dank ging auch an alle Mitarbeiter hinter der Bühne, die bei diesem besonders langen Festival ebenso außergewöhnlich gefordert waren.
Die Nachwuchstalente der Akademie Immling brachten mit dem Musical „Cats“ die Bühne zum Beben. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft – ein eindrucksvoller Beleg für die große Resonanz, die der musikalische Nachwuchs inzwischen beim Immlinger Publikum genießt.
Nach dem Festival ist vor dem Festival – in Kürze wird das Programm für 2027 bekannt gegeben: Dann wird es wieder große Stimmen, bewegende Geschichten und außergewöhnliche Musik auf Gut Immling geben.