Rimsting – Die Konzertpianistin Katerina Antonova hat auf dem Gelände des Schafwaschener Segelvereins in Rimsting mit ihrem imposanten Klavierspiel, das alle Register ihres musikalischen Könnens zeigte, begeistert. Vor Freude hüpfend begrüßte die Künstlerin ihr Publikum in der Naturloge auf dem Gelände des Schafwaschener Segelvereins, und wurde dafür bejubelt.
Leidenschaftliche
Interpretation
Schon in ihrem ersten Stück, der Toccata von Aram Chatschaturjan, die sie mit „Im wilden Fluss des Lebens“ assoziiert, zeigte sie ihre Meisterschaft in einer leidenschaftlichen Interpretation. Nahtlos improvisierte die Pianistin weitere Klangteppiche und ließ so immer wieder eigene Farben entstehen, die sich mit dem ursprünglichen Werk zu etwas Besonderen verbanden.
Es folgte Sergej Rachmaninoffs Bild-Etüde in c-Moll, op. 33. Wie ein feierliches Glockenspiel entfalteten sich die Klänge und wurden von eigenen Improvisationen ergänzt. Zauberhaft schön, aber auch mit etwas Wehmut behaftet, war das Spiel der ukrainischen Lieder über die Liebe mit all ihren Facetten.
Außergewöhnliche
Weichheit
Auch hier ließ die Pianistin immer wieder ihre eigene, ganz besondere Spielweise einfließen: Ihr Ton ist von einer außergewöhnlichen Weichheit geprägt – hauchzart, samtweich und von höchster Emotionalität durchdrungen. So entstand eine unverwechselbare Klangsprache, die das Publikum tief berührte. Man spürte eine sehr persönliche Verbindung zwischen Erinnerung, Gefühl und musikalischer Gegenwart. Das Publikum zeigte sich besonders begeistert mit dem als Boogie improvisierten, international bekannten Lied „Otschi Tschornyje“, das Katerina Antonova mit ihrer un-vergleichlichen Art darbot.
Gleich zu Anfang des zweiten Teils des Konzerts flogen mit der „Tarantella“ von Franz Liszt die Hände der temperamentvollen Pianistin über die Tastatur. Im Mittelteil erklang ein venezianisches Lied, getragen von samtweichen Klängen, vollendet von einem euphorisch wilden Schluss. Das Präludium in G-Dur, op. 32 von Rachmaninoff erklang feinst atmend, es schien das Wasser sich in den Klängen zu spiegeln, die sich mit der Natur vereinen und mit dem lebendigen See als Kulisse zu einem harmonischen Klangbild zusammenzufügen. Mit Frédéric Chopins Scherzo Nr. 2 in b-Moll op. 31 überflog die Pianistin die Klaviatur in wilden und ebenso zärtlichen Nuancen. Sie liebt dieses besondere Stück und lässt ihre Leidenschaft für dieses Werk spür-bar machen. Als unvergesslich zarter Ausklang, bestens passend zur Kulisse des warmen Sommerabends erklang „Clair de Lune“ von Claude Debussy und begleitete die Zuhörer in romantische Träume.
Weil die größte Leidenschaft der Künstlerin darin liegt, die Künste miteinander zu verbinden, gewann sie die international bekannte Malerin und Bildhauerin Antje Tesche-Mentzen, die ihre Bronzeskulptur „Metamorphose“ präsentierte, die den Übergang von einem Musikinstrument zu einer Frau symbolisiert.
Drei namhafte Poeten
aus dem Chiemgau
Der Einladung der Pianistin folgten auch drei namhafte Poeten aus dem Chiemgau, die im Publikum saßen. Heidi Christel Aghierha: „Liebe ist auch, wenn Klänge der Bäume, der Vögel, der Winde, der Wellen verschmelzen. Mit den Tönen eines Pianos gespielt, mal sanft, mal wie im Tastenwirbel, gleich der lebendigen Natur“. Sepp Obermüller: „Die Gedanken Gottes schwingen, die Musik bringt sie zum Klingen. Liebe, Natur und Musik, in diesem Dreiklang wohnt das Glück“ Elisabeth Heering: „Eine Zaubermusik, mal wild, mal gewaltig, mal zart und voll Melancholie, manchmal auch lustig und wie ein kleiner Scherz, sie umschmeichelte die Natur und drang in der Menschen Herz“.
Das Publikum honorierte die große Kunst der Pianistin mit begeistertem Beifall und die laue Nacht endete mit einem ukrainischen Lied als Zugabe. Die Künstlerin zeigte sich glückselig, dass die Lieder ihrer Heimat so warm vom Publikum aufgenommen wurden. Das Konzert organisierte der Vereinsvorsitzenden Toni Stigloher. Er wurde unterstützt von Helfern aus dem Segelverein.