Fussball-Landesliga Südost

SBR zu Hause gegen den Top-Favoriten Außenseiter

von Redaktion

Nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen: Der SB/DJK Rosenheim geht als Außenseiter in das heutige Heimspiel (14 Uhr im Josef-März-Stadion) der Fußball-Landesliga Südost gegen den Spitzenreiter SV Türkgücü-Ataspor München.

Rosenheim – Die Außenseiterrolle beruht nicht nur auf die aktuelle Tabellensituation mit den Gästen aus der Landeshauptstadt, die in fünf Spielen fünf Siege landeten, und dem SBR, der bislang viermal als Verlierer vom Feld gegangen ist. Nein, sie ist auch deutlich, wenn man auf die Erfahrung der einzelnen Spieler blickt. Beim SBR stehen aktuell 229 Bayernliga- und 330 Landesliga-Spiele im gesamten Kader zu Buche, wobei das Gros der Partien im höherklassigen Amateurbereich auf Christoph Börtschök (128-mal Bayernliga, 109-mal Landesliga), Dominik Reichmacher (61-mal Bayernliga, 32-mal Landesliga) und Yasin Temel (38- mal Bayernliga und 35-mal Landesliga) geht. Bei Türkgücü-Ataspor sind es schon einmal 898 Bayernliga- und 900 Landesliga-Spiele – mehr nicht, weil die Spieler ja auch noch wesentlich höher agierten. Alleine Sebastian Mitterhuber, Michael Kokocinski, Yasin Yilmaz, Valonis Kadrijaj, Pablo Pigl und Christoph Rech haben insgesamt 265 Drittliga-Spiele bestritten, zudem weist der gesamte Kader auch noch 779 Einsätze in der Regionalliga auf – nicht mitgezählt sind da die rund 300 Profi-Spiele von Erdal Kilicaslan in der Türkei oder die unzählige Latte an Einsätzen von Torwarttrainer Michael Hofmann, der in dieser Saison ja auch schon eingesprungen ist.

Die Tatsache, dass man einen Ex-Profi (Kilicaslan), einen Drittliga-Spieler (Pigl), zwei Regionalliga-Akteure (Burghausens Rech und 1860 Rosenheims Josip Tomic) und sechs Spieler von Regionalliga-Aufsteigern für die neue Saison verpflichtet hat, stellt die Ambitionen von Türkgücü-Ataspor deutlich unter Beweis. Fünf Siege und 21 Treffer in fünf Spielen zeigen auch, dass die Mannschaft des neuen Trainers Andreas Pummer schon früh den richtigen Kurs eingeschlagen hat.

Aus Sicht des SBR steht fest: Jeder Experte rechnet mit einer klaren Niederlage – man hat also überhaupt nichts zu verlieren. Und so geht man bei den Sportbündlern die Partie auch so an wie ein Pokalspiel. Im Profi-Bereich ist ja diesmal auch Pokal-Wochenende und die Rosenheimer wollen sich als Außenseiter beweisen und dem Favoriten das Leben schwer machen. „Wir haben uns bislang recht ordentlich verkauft, die Punkteausbeute hätte aber besser sein können“, sagt Sportbund-Trainer Klaus Seidel. Drei Spiele gingen mit je einem Tor Unterschied verloren. „Die Überzeugung, solche Spiele auch gewinnen zu können, muss noch in die Köpfe der jungen Spieler rein“, weiß der Rosenheimer Coach, dessen Team heute natürlich in anderer Weise gefordert ist. Auch hier muss man mit einer gewissen Überzeugung antreten, und zwar der, dem Spitzenreiter auch Paroli bieten zu können. Dass trotz der fünf Siege auch mal etwas nicht rund laufen kann, hat auch Türkgücü-Ataspor schon erlebt, als man gegen Moosach mit 0:2 hinten lag und auch gegen Freilassing in Rückstand geriet. Und dass die Sportbündler auch mal einen Spitzenreiter besiegen können, hat man gegen Ende der abgelaufenen Saison gezeigt, als man den späteren Bayernliga-Aufsteiger Holzkirchen mit 3:1 im Josef-März-Stadion bezwang. Und es ist ja Pokal-Wochenende – vielleicht können sich die Rosenheimer ja auch so hineinsteigern, wie einst Weinheim, Vestenbergsgreuth oder Geislingen, die im Pokal große Namen hinauskegelten.tn

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