Seligenporten – Der SVS sah sich zunächst spielbestimmenden und recht druckvoll agierenden Gästen gegenüber. Die erste richtige Torchance der Partie aber verzeichneten die Klosterer, nachdem Pascal Schärtel Raffael Kobrowski in Szene setzte, der die Kugel aber an Keeper Mario Stockenreiter nicht vorbei brachte (13.). War hier noch etwas Pech im Spiel, hätte Kobrowski aber nur eine Minute später die Führung erzielen müssen. Doch, obgleich von Stanislaus Herzel mustergültig bedient und völlig frei im Strafraum stehend, zielte er neben den linken Pfosten ins Aus. Dass es dies in Sachen Torgefahr für Seligenporten bereits gewesen sein sollte, ahnte wohl keiner der 275 Zuschauer.
Die Gäste ihrerseits verzeichneten zwar nicht unbedingt mehr Spielanteile, vermochten diese aber wesentlich besser zu nutzen. So prüfte Markus Hartl, der erstmals von Beginn an ran durfte, SVS-Keeper Sebastian Kolbe zuerst mit einem scharfen 16-Meter-Knaller (26.), um dann einen Kopfball knapp am Kasten vorbei zu setzen (28.). Sieben Minuten später aber krönte der sehr agile Hartl seine Leistung dann doch mit seinem ersten Saisontreffer. Vorausgegangen war ein Schuss von Danijel Majdancevic, welchen Kolbe nach vorne anklatschen ließ und der goldrichtig postierte Hartl aus kurzer Distanz zum 1:0 (34.) für Rosenheim abstaubte. Der TSV hätte die Partie gegen seinen nun sichtlich angeschlagenen Kontrahenten schon bis zur Pause klar für sich entscheiden können. Dass dies eben nicht geschah, lag zum einen an Herzel, dem wohl besten Klosterer, der einen Schuss von Einsiedler per Kopf auf der Linie klärte (40.) und schließlich am Rosenheimer Stürmer selbst, als er unmittelbar danach nur den rechten Pfosten anvisierte.
Seligenporten agierte nach der Pause zwar etwas zwingender, ließ aber einmal mehr echte Torgefahr vermissen. So musste der ohnehin nicht übermäßig geforderte Stockenreiter lediglich bei einem 20-Meter-Freistoß von Marco Weber (60.) korrigierend eingreifen. Ansonsten war dem Tabellenletzten das Bemühen nicht abzusprechen. So produzierte die Kloster-Elf durchaus einige sehenswerte Kombinationen, doch um diese tatsächlich zu veredeln, mangelte es entweder am letzten Pass oder schlicht und einfach an der für die Regionalliga erforderlichen Qualität und Durchschlagskraft. „Wir wollten hier selbstbewusst auftreten und die Punkte mitnehmen, ich denke, das ist uns gut gelungen. In der ersten Halbzeit hatten wir noch drei klare Chancen. Der Sieg ist aus meiner Sicht verdient“, so 1860-Trainer Tobias Strobl.
TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter, Köhler, Lenz, Räuber, Krätschmer, Mayerl, Denz, Maier, Hartl (ab 68. Linner), Einsiedler (ab 84. Weber), Majdancevic (ab 90. Höhensteiger).
Schiedsrichter: Steigerwald (SV Gräfendorf).
Zuschauer: 250.
Tor: 1:0 Hartl (34.).uw