Deutsche Strongman-Meisterschaft in Bruckmühl

„Godzilla“ war der Stärkste

von Redaktion

Raffael Gordzielik ist „Stärkster Mann Deutschlands 2017“

Bruckmühl – Hochklassiger Kraftsport wurde den rund 500 Zuschauern beim „Strongman“-Wettbewerb im Bruckmühler Ortsteil Sonnenwiechs geboten. Bei der vom früheren 12-fachen Strongman-Champion Heinz Ollesch organisierten „Deutschen Strongman-Meisterschaft“ konnte sich nach einem packenden Wettkampfverlauf Raffael „Godzilla“ Gordzielik aus Gießen als „Stärkster Mann Deutschlands 2017“ feiern lassen.

Zum Wettkampf waren zwölf Athleten angetreten: Jonas Nevidek, Vehbi Davul, Sebastian Kraus (alle Bayern), Marcus Franke, Dennis Kohlruss, Daniel Wildt (alle Baden-Württemberg), Raffael Gordzielik (Hessen), Dennis Biesenbach, Julian Groth (Nordrhein-Westfalen), Timo Rüdiger (Hamburg), Sebastian Sommer (Brandenburg) und Markus Göller (Thüringen). Die Powermänner hatten folgende sechs Disziplinen zu bewältigen: Baumstammheben, Autokreuzheben, Wheelflip, Yoke Race, Viking Press und „Koffer“ tragen mit abschließendem Ambossheben. Bei den einzelnen Übungen erhielt der jeweils Beste zwölf Punkte, für Rang zwölf gab es noch einen Punkt.

Beim Baumstammheben konnte Dennis Kohlruss (Rastatt) den bisherigen deutschen Rekord von 185 auf 186 Kilogramm steigern und die Führung vor Raffael Gordzielik (165) und Sebastian Kraus (Holzhausen bei Schweinfurt/160) übernehmen, die er auch nach dem Autokreuzheben verteidigte. Bei dieser Übung war ein „Renault Koleos“-SUV mit einem Anfangsgewicht von 380 Kilogramm auf einem Stahlrahmen anzuheben mit nachfolgender Steigerung in 20er-Stufen. Als stärkste „Autoheber“ erwiesen sich Dennis Kohlruss, Markus Göller (Schleitz) und Sebastian Kraus mit je 430 Kilogramm.

Beim Wheelflip musste von den Sechskämpfern ein 380 Kilogramm schwerer Reifen über eine Distanz von 20 Metern hintereinander abwechselnd aufgestellt und umgestoßen werden. Bei diesem Durchgang setzte sich Gordzielik in 37,33 Sekunden vor Timo Rüdiger (Hamburg/39,62) und Kohlruss (42,40) durch. Beim Yoke Race, bei dem ein 380 Kilogramm schweres Joch 20 Meter weit zu tragen war, zeigte sich Dennis Biesenbach (Ennepetal) mit 11,73 Sekunden als „Kraftsprinter“ vor Gordzielik (12,41) und Daniel Wildt (Öhringen/14,34). Nach vier Durchgängen zeichnete sich bereits ein Zweikampf um den Gesamtsieg zwischen Gordzielik (43 Punkte) und Kohlruss (42) ab.

Beim Viking Press, bei dem in einer beweglichen Vorrichtung ein Gewicht von 140 Kilogramm mit den Armen über Kopf gedrückt werden muss, ist die Anzahl der dabei geleisteten Wiederholungen maßgeblich. Hier setzte sich Kohlruss (12) vor Gordzielik (11) und Kraus (9) durch. Vor der abschließenden Disziplin lagen Gordzielik und Kohlruss mit jeweils 54 Punkten gleichauf – ein Drehbuchautor hätte sich kein spannenderes Ende ausdenken können. Der finale „Trage- und Hebe-Wettstreit“ wurde somit zu einem Herzschlag-Finale. Die Akteure mussten dabei zwei je 130 Kilogramm schwere „Koffer“ über eine Strecke von 40 Meter tragen und zum krönenden Abschluss noch einen 150 Kilogramm schweren Amboss auf ein 1,30 Meter hohes Podest heben. Gordzielik gelang dies in der Zeit von 29,89 Sekunden vor Kraus (36,42) und Kohlruss (38,12).

Am Ende siegte Gordzielik mit 66 Punkten knapp vor Kohlruss (64) sowie Kraus (55). Der 32-jährige studierte Betriebswirt und Jurist nach dem Wettkampf zu den OVB-Heimatzeitungen: „Ich bin überwältigt und kann es noch gar nicht glauben. Es war verdammt knapp!“ Alle Kraftathleten, die aufopfernd kämpften und mehrere persönliche Bestleistungen erzielten, wurden vom fachkundigen Publikum laufend angefeuert und erhielten einen kräftigen Schlussapplaus.

Geleitet wurde der spannende Wettbewerb von Heinz Ollesch (Hauptkampfrichter) und seinen österreichischen Referee-Assistenten Martin Wildauer und Erwin Geisler. Dr. Martina Ollesch und Marcus Wanke moderierten kompetent und mit viel Humor die gelungene Kraftsportveranstaltung.

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