München/Rosenheim – Im Kanusport, egal ob im Wildwasserrennsport oder im olympischen Kanurennsport, kennt man den 19-Jährigen, der für den Kajakklub Rosenheim startet und in Rosenheim studiert, dagegen sehr gut!
Nico Paufler ist ein vielseitiger Athlet mit großem Talent und mindestens ebenso viel Ehrgeiz. Er wird bei der deutschen Meisterschaft im Kanurennsport vom 29. August bis 3. September auf der Olympia-Regattaanlage Oberschleißheim an den Start gehen – und dabei den großen Namen die Titel streitig machen.
In diesem Jahr starten Sie zum ersten Mal in der Leistungsklasse. Wie sehen Sie Ihre Chancen bei der DM in Oberschleißheim?
Die Trauben hängen jetzt ziemlich hoch. Aber ich bin motiviert und traue mir durchaus einiges zu. Gegen Ronny Rauhe rechne ich mir in der Tat wenig Chancen aus. Er ist im Gegensatz zu mir ein ausgesprochener Sprint-Typ. Anders Max Hoff, ein Langstreckler wie ich. Vielleicht kann ich ihn noch nicht schlagen, aber jede gute Platzierung ist gegen so ein Idol fast wie ein Sieg! Und ich rechne mir schon einige Chancen aus …
Sie trainieren auch kräftig dafür, was für Sie gar nicht so einfach ist. Sie wohnen in Rosenheim, weil Sie dort an der FH Kunststofftechnik studieren und am Wochenende sind Sie im Elternhaus in Ismaning – und dann trainieren Sie auch noch bei den Rheinbrüdern Karlsruhe. Wie machen Sie das?
Ich trainiere, wo ich gerade bin: In Rosenheim auf dem Inn – so oft ich keine Vorlesung an der Uni habe und nicht lernen muss, oft auch bevor ich zur Uni gehe oder noch danach am späten Abend. An den Wochenenden in München auf der Regattastrecke ist die Zeiteinteilung einfacher und das Training mit meinem Vater und Heimtrainer Marco Paufler intensiver. Das wird dann oft noch getoppt, wenn ich in den Semesterferien in Karlsruhe im Rheinhafen mit dem Team des Bundestrainers auf dem Wasser bin.
Im Sommer mag das ja gehen – aber Sie können im Winter Ihr Boot schlecht mit in eine Halle nehmen. Was machen Sie, um sich in der kalten Jahreszeit topfit zu halten?
Auch bei Kälte kann man Kanu fahren, dann ziehe ich eben spezielle Paddelkleidung an. Ob Wildwasser- oder Rennboot spielt keine große Rolle, die Technik ist schließlich dieselbe. Und dann ist Athletik-Training der klassische Ausgleich im Winter. Für mich als Langstreckenspezialist ist Kraft-Ausdauer enorm wichtig. Das trainiere ich zwar auch den Sommer über, im Winter aber noch mal verstärkt.
Für Ihre Erfolge haben Sie schon immer hart gearbeitet – und Sie paddeln auch noch zweigleisig. Eigentlich sind Sie ja im Wildwasserrennsport noch viel erfolgreicher als im olympischen Kanurennsport.
Stimmt. Im Wildwasserrennsport fahre ich für den Kajak Klub Rosenheim und inzwischen auch auf internationaler Ebene Titel ein. Zum Beispiel habe ich 2016 bei der Junioren-Europameisterschaft Silber geholt. Bei der U23-Weltmeisterschaft in diesem Jahr habe ich sogar zwei Titel gewonnen und bin zusätzlich Europameister geworden. Aber auch im Kanumarathon, der ja im super schmalen Rennkajak gefahren wird, konnte ich 2016 die deutsche Meisterschaft und bei der Europameisterschaft die Bronzemedaille erringen.
Hinzu kamen zwei Titel bei der deutschen Meisterschaft im Kanurennsport. Eigentlich eine gute Ausgangsbasis für die Deutsche jetzt.
Wohin soll Sie Ihr sportlicher Weg noch führen? Wie sehen Ihre Ziele aus?
Mein langfristiges Ziel ist, in den olympischen Disziplinen erfolgreich zu sein.
Interview: Uschi Zimmermann