Garching/Rosenheim – Eigentlich ist es bekannt in der Regionalliga, dass man die Offensive des TSV 1860 Rosenheim nicht ins Spielen kommen lassen sollte. Die Garchinger ignorierten alle Warnungen und ließen ihren Gästen jede Menge Platz in einem offenen Schlagabtausch. Dabei schien das Angriffsfestival zu funktionieren, weil Garching durch den einst von DJK/SB Rosenheim gekommenen Mario Staudigl früh in Führung ging. Bei dem Spielzug über mehrere Stationen sahen die Roten gar nicht gut aus (7.).
Nach diesem „Weckschuss“ spielten die Rosenheimer dann aber groß auf. Drei Minuten nach dem Tor erzwang Michael Denz den Ausgleich mit einem mächtigen Distanzschuss, der über den Innenpfosten krachend einschlug. Danach war die Führung der 60er nur noch eine Frage der Zeit, bei einer Reihe toll herausgespielter Chancen. Bei der besten Möglichkeit schickte Philipp Maier Michael Denz, der frei vor dem Tor nur das Außennetz traf. Eine Minute vor der Pause belohnte Korbinian Linner den starken Auftritt mit seinem Solo gegen zwei Mann plus trockenem Flachschuss zum 2:1.
Die Rosenheimer Führung bewirkte dann einen Garchinger Kabinenanpfiff und die nächste Wende der Partie. Der ehemalige Rosenheimer Mario Staudigl machte sein fünftes Saisontor (48.) und danach hatte Garching alle zwei Minuten einen gefährlichen Torabschluss. In der TSV-Hintermannschaft brannte es lichterloh. Den ganzen Frust der Garchinger Überlegenheit legte Pius Krätschmer dann in einen Freistoß, den er aus gut 30 Metern humorlos ins Tor hämmerte (65.).
„In Freiburg habe ich öfters solche
Tore erzielt“
Pius Krätschmer
Pius Krätschmer kennt das Gefühl, wenn der Ball nach einem langen Flugweg spektakulär im Tor einschlägt. „Letztes Jahr in Freiburg habe ich öfters so Tore gemacht“, sagte die Nummer 4 der Rosenheimer. Und er nahm den Torwart in Schutz, „weil ich den Ball super getroffen habe und der durch die Mauer erst spät zu sehen war. Sein 3:2 fiel mitten in der Garchinger Drangperiode, aber Krätschmer blieb ruhig: „Dieser Sieg war Mentalität und Charakter dieser Mannschaft. Ich habe nie an dem Ausgang gezweifelt.“
Auch sein Trainer Tobias Strobl sah das so: „Wir haben zwei Traumtore geschossen und am Ende auch klar verdient. So ein Spiel gibt dir Rückenwind.“ Er verwies darauf, dass der TSV 1860 schon in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten hatte für einen deutlicheren Vorsprung.
Nach dem Tor gab es dann eine Trinkpause, in der Danijel Majdancevic die Flasche mit dem Zaubertrank bekam. Der Stürmer tankte sich bei einem Konter durch und scheiterte am stark parierenden Torwart Kai Fritz. Rosenheims Nummer 11 erkämpfte sich das Leder aber noch einmal und traf nun ganz sicher ins Tor zur Vorentscheidung.
In einem unterhaltsamen Spiel mit reichlich Chancen auf beiden Seiten waren die Rosenheimer vor dem Tor konsequenter und damit unter dem Strich auch der verdiente Sieger.
TSV 1860: Stockenreiter – Lenz, Räuber, Krätschmer, Mayerl – Köhler (89. Funkenhauser), Maier, Denz – Linner, Ferreira Goncalves (63. Weber), Majdancevic (86. Zottl).
Tore: 1:0 Staudigl (7.), 1:1 Denz (10.), 1:2 Linner (44.), 2:2 Staudigl (48.), 2:3 Krätschmer (65.), 2:4 Majdancevic (73.).
Schiedsrichter: Steffen Brütting (Effeltrich).
Zuschauer: 280.