Auf viel Neues brauchen sich Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen in der kommenden Saison nicht einstellen. Mit etwa 6200 Kilometern, wobei die weiteste Reise nach Berlin führt, absolvieren sie bei lediglich sieben Mannschaften sogar noch weniger als in der abgelaufenen Spielzeit und können sich sogar ein wenig Geld sparen. Im Kampf um die Meisterschaft hat der letztjährige Zweite lediglich sechs Mannschaften als Konkurrenz, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Je zweimal fährt man nach Baden-Württemberg sowie Nordrhein-Westfalen. Einmal geht es nach Berlin und einmal nach Rheinland-Pfalz.
TuS Bad Driburg: Das Quartett aus Nordrhein-Westfalen sieht natürlich den SV DJK Kolbermoor und den ttc berlin eastside als Teams um die ersten beiden Plätze. Allerdings hegt man Ambitionen auf Rang drei. Ob es am Ende der ersehnte Platz wird, bleibt abzuwarten. Man verpflichtete zwar vier Spielerinnen, musste aber mit Shi Qi, die zum Aufsteiger Anröchte wechselte und Katharina Michajlova, die sich dem SV DJK Kolbermoor angeschlossen hat, zwei Stammspielerinnen abgeben.
TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: Eine der beiden Mannschaften, die weder eine Spielerin abgeben musste, aber auch keine verpflichtet hat, rechnet sich einen Mittelfeldplatz aus. Die Rheinland-Pfälzerinnen hoffen einmal mehr auf die Konstanz ihrer Mannschaft, die sie in der vergangenen Saison auf Rang drei gebracht hat. Interessanterweise steht die inzwischen 50-jährige Ding Yaping bei Bingen auf Position eins und will einmal mehr ihre Klasse unter Beweis stellen.
SV Böblingen: 32 Spiele, davon 28 gewonnen. Das ist die hervorragende Bilanz von Qianhong Gotsch. Die Abwehrspielerin soll auch in dieser Saison – quasi als Zugpferd – dafür sorgen, dass der letztjährige Vierte wieder vorne mitspielen kann. Wo man ihn letztlich einordnen muss, dahinter steht noch ein Fragezeichen. Im Aufgebot stehen nur deutsche Spielerinnen, die sicher in der Lage sind, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Bemerkenswert: Keine Spielerin wurde abgegeben oder verpflichtet.
TTK Anröchte: In den Jahren 2005 und 2010 waren sie schon mal in der Bundesliga, 2016 verzichteten die Damen aus Nordrhein-Westfalen auf den Aufstieg. In ihrer nunmehrigen Erstligasaison hoffen sie nicht chancenlos zu sein. Mit Aimei Wang, die aus Hövelhof kam, und Shi Qi aus Bad Driburg hat man sich namhaft verstärkt. Allerdings musste man auch drei Abgänge – darunter Linda van de Leur-Creemers – verkraften. Das Saisonziel lautet aber, in die Play-offs zu kommen.
TTC Berlin eastside: Über die Bundeshauptstädterinnen braucht man einmal mehr nicht viel zu sagen. Die sechs Vereinsvertreter der Bundesliga haben Berlin allesamt als Titelträger getippt. Obwohl man zukünftig auf die Ex-Kolbermoorerin Chantal Mantz verzichten muss, kann man ein mehr als exklusives Aufgebot – unter anderem mit Xiaona Shan – zur Verfügung stellen. Wenn man dem Champions-League-Teilnehmer Glauben schenken darf, dann steht aber die Königsklasse im Vordergrund.
TV Busenbach: Im vorderen Paarkreuz sind die Baden-Württembergerinnen gewohnt stark. Dahinter darf man, da man zwei Abgänge zu verzeichnen hatte, gespannt sein, wie die Neuzugänge Yvonne Kaiser und die Schüler-Nationalspielerin Anastasia Bondareva einschlagen. Die 15-Jährige spielte in der vergangenen Saison noch in der 3. Liga beim TTC Weinheim. Der angepeilte fünfte Platz ist daher durchaus realistisch. eg