Rosenheim – Als Fußballer muss man ziemlich flexibel sein. Als Fußballer, der nebenher auch noch einer geregelten Arbeit nachgeht, umso mehr. Für den heutigen Dienstag nämlich müssen Georg Lenz und Co., also die Regionalliga-Kicker des TSV 1860 Rosenheim, erneut zu ihren Arbeitgebern marschieren und die Erlaubnis erbitten, bereits mittags im Bus zu einem Toto-Pokal-Spiel sitzen zu dürfen. Die Rosenheimer spielen um 17.30 Uhr beim FC Sturm Hauzenberg in Niederbayern.
Auf dem Papier ist es wohl eine klare Angelegenheit: Landesliga (6. Liga) gegen Regionalliga (4. Liga). Dass Pokalspiele wie heute jedoch Ligaunterschieden trotzen können und Papier, ist hinlänglich bekannt und muss wohl auch nicht weiter erläutert werden. Noch dazu wenn die Truppe von Alexander Geiger bereits den SV Schalding-Heining aus dem Pokal kegeln konnte. Das Ergebnis damals lautete 4:2. Torschützen waren damals unter anderem Manuel Maderer und Alexander Starkl. Beide Offensivakteure sind auch in der bisherigen Saison in der Landesliga Mitte auffällige Akteure und mit sieben Treffern rangiert Maderer auf Rang vier der Torjägerstatistik. Eine weitere interessante Personalie der Staffelberger ist Robert Zillner. Der Ex-Profi (Haching, Fürth, Sandhausen) soll im Mittelfeld die Geschicke lenken und den ambitionierten Landesligisten irgendwann einmal in die Bayernliga führen. Derzeit sind sie Siebter im Tableau.
Der TSV 1860 Rosenheim hingegen ist derzeit Zehnter der Regionalliga Bayern, wobei eine bessere Positionierung durch den Spielausfall am vergangenen Wochenende gegen die SpVgg Greuther Fürth zunichte gemacht wurde. Dafür kann man jetzt gut erholt in die kommende Partie gehen. Ob Sechzigs Trainer Tobias Strobl erneut einer Dreierkette um den polyvalenten Räuber den Vorzug gibt oder auf die ebenfalls kampferprobte Viererkette wechselt, ist noch ein Geheimnis. Kein Geheimnis ist hingegen, dass einer erneuten Rotation im Personal nichts im Wege steht. Vor allem die jungen Spieler um Markus Hartl, Bruno Goncalves und Christoph Funkenhauser stehen im Fokus des Trainerteams. Denkbar ist auch ein Einsatz des am letzten Transfertages aus Unterhaching ausgeliehenen Leopold Krüger – ein enorm antrittsstarker Mittelfeldspieler.
Abschließend reicht ein Griff in die Trainerplattitüde: „Es ist nicht entscheidend, wer spielt, sondern welche Einstellung man an den Tag legt.“ Denn es ist tatsächlich so, dass es mit der richtigen Einstellung auch und gerade gegen einen Underdog nur einen einzigen Grund des Scheiterns geben kann. Nämlich den Gegner nicht ernst genug zu nehmen.mpo