Fussball-Regionalliga Bayern:

Was für ein gewaltiger Kraftakt!

von Redaktion

Das ist ein Hammer: Aufgrund einer bärenstarken zweiten Halbzeit hat der TSV 1860 Rosenheim im Heimspiel der Fußball-Regionalliga Bayern gegen den FC Schweinfurt 05 einen 0:2-Rückstand aufgeholt und dem Tabellenzweiten einen Punkt abgeknöpft!

Rosenheim – Als beide Mannschaften zur Halbzeitpause in die Kabinen gingen, da waren die Rollen klar verteilt. Die Gäste aus Unterfranken führten mit 2:0 und schritten siegessicher vom Platz, die Sechziger hingegen liefen oft hinterher und mussten erst einmal durchschnaufen. Als die Teams herauskamen, konnte man aber schon deuten, dass das Ding noch nicht gelaufen ist. Während die Schweinfurter gemächlich wieder auf den Rasen schritten, standen die Rosenheimer schon längst bereit und hatten sich mit einem Kreis auf die verbleibende Spielzeit eingeschworen.

„Wir hatten ja gewusst, was auf uns zukommt“, erzählte 1860-Coach Tobias Strobl nach dem Match, „wir wussten, dass eine brutale individuelle Klasse verteidigen mussten. Das hatten wir anfangs schlecht gemacht und wir haben ein technisch unsauberes Spiel abgeliefert. Aber wie sie die Mannschaft dann von Minute zu Minute reingekniet hat, umso größer ist dann auch der Glaube geworden.“

1860 auch mit Glück

Natürlich ist dann auch das Glück hinzugekommen, dass Schweinfurts Jelisic bei einem schönen Konter nur die Querlatte traf und Jabiris Schuss auf der Linie abgewehrt wurde. „Wir haben es versäumt, das dritte Tor zu machen und den Gegner am Leben gehalten“, meinte Schweinfurts Coach Gerd Klaus, dessen Team vor dem Seitenwechsel mit einem Doppelschlag die Führung erzielt hatte: Zunächst platzierte Willsch den Ball per Kopf nach einer langgezogenen Flanke überlegt ins lange Eck, dann ergatterte sich Jelisic den Elfer, den er haben wollte, und Jabiri verwandelte platziert.

Herrlicher Trewffer von Robert Köhler

Nach dem Wechsel versprühte Schweinfurt anfangs noch die vorhandene Offensivkraft, mit Dauer des Spiels kam 1860 immer mehr in die Zweikämpfe und dadurch auch zu Ballbesitz. Initialzündung zur Aufholjagd war dann ein herrlicher Treffer von Robert Köhler, der die Kugel mit links in den rechten Winkel setzte. „Wir haben das ja auch schon erlebt: Wenn du 2:0 führst und kriegst dann das 2:1, dann ist das nur noch ein Überlebenskampf“, sagte Strobl. Und sein Team kämpfte: Wiggerl Räuber hatte Pech, sein Schuss ging ans Lattenkreuz.

1860 stellte um, schickte zu Markus Einsiedler mit Michael Denz einen weiteren Riegel in die Sturmmitte. „Dann geht es um den zweiten Ball, und der ist halt uns vor die Füße gefallen“, meinte Strobl. Genauer gesagt Einsiedler, der sich eine solche Gelegenheit nicht nehmen ließ und wuchtig den Ausgleich besorgte. „Völlig verdient“, befand Strobl, der einen kleinen Einblick in seine Halbzeitansprache gewährte: „Wir haben gesagt, dass wir eine kleine Fußball-Geschichte schreiben können. Und ich habe gesagt: ,Wir haben den Stift dazu in der Hand‘.“ Die Geschichte wurde zu einem Krimi – mit einem glücklichen Ende!

TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter, Köhler, Lenz, Räuber, Krätschmer, Mayerl, Denz, Maier, Goncalves (ab 60. Einsiedler), Linner (ab 60. Krüger), Majdancevic.

Schiedsrichter: Beretic (Friedberg). Zuschauer: 380.

Tore: 0:1 Willsch (24.), 0:2 Jabiri (26., Foulelfmeter), 1:2 Köhler (74.), 2:2 Einsiedler (87.).

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