Rosenheim – Axel Kammerer sah das Große und Ganze: „Das war ein Eishockeyfest“, meinte der Trainer des EV Landshut und erklärte weiter: „Das war eine wunderbare Geschichte, die da heute abgelaufen ist – leider für uns mit dem falschen Ergebnis.“ Kammerer, der ehemalige Rosenheimer Meisterspieler, meinte das große Derby, das die Starbulls Rosenheim im ersten Heimspiel der neuen Eishockey-Saison in der Oberliga Süd gegen den Rivalen aus Niederbayern erfolgreich über die Bühne gebracht hatten. Mit 3:1 behielten die Rosenheimer vor ausverkauftem Haus, also 4753 Zuschauern, hochverdient die Oberhand und bescherten ihrem Trainer Manuel Kofler damit natürlich ein ganz besonderes erstes Punktspiel als Coach vor heimischer Kulisse. Der fasste seine Eindrücke, nach dem Spiel immer noch gebannt, so zusammen: „Ich habe mich, als wir aus der Kabine raus sind, erst einmal hingestellt und diese überragende Atmosphäre aufgesaugt.“
Es war schon beeindruckend, was sich da auf den Rängen abspielte. Volle Hütte zum Auftakt, elektrisierender hätte es für die Starbulls gar nicht sein können. Und die Rosenheimer auf dem Eis ließen sich von dieser wiederentfachten Eishockey-Euphorie anstecken und legten eine mehr als souveräne Vorstellung hin: Die Starbulls dominierten die Landshuter über die gesamte Spielzeit hinweg und haben nach dem ersten Wochenende gleich einmal ein Ausrufezeichen gesetzt.
Wobei Kofler natürlich alles richtig macht, wenn er gleich mal den warnenden Finger hebt: „Wir haben erst zwei Spiele gewonnen und sind hier in Rosenheim gut beraten, wenn wir mehr Bescheidenheit zeigen.“ Die Saison hat gerade erst begonnen, ist noch lange und abgerechnet wird zum Schluss – und damit ab mit den Euros ins Phrasenschwein.
Bei der Spielbeurteilung waren sich die Trainer jedenfalls einig: „Rosenheim war spritziger und vor allem handlungsschneller. Sie haben viele Spieler, die aus der DEL2 kommen, aber auch die jungen Spieler haben gut gespielt. Rosenheim hat eine gute Mannschaft beisammen“, lobte Kammerer die Hausherren. Kofler sah sein Team als „verdienten Sieger“ und gab seine Überlegungen ein bisschen preis: „Wir wollten mit viel Geschwindigkeit aus der Kabine kommen, das ist uns über 60 Minuten gut gelungen.“
Von Beginn an gingen die Rosenheimer das Spiel mit Tempo an und Landshut hatte zu kämpfen. Die Starbulls hatten im ersten Drittel eine klare Feldüberlegenheit, viele Schüsse aufs Tor und viele Möglichkeiten, den Puck aus kurzer Distanz über die Linie zu stochern – Landshuts Schlussmann Englbrecht hielt seinen Kasten da aber sauber. Genau wie auf der anderen Seite Lukas Steinhauer, der zwei große Möglichkeiten der Gäste, die einzigen derartigen im Spiel, glänzend parierte. „Das war wie in Waldkraiburg, dass wir da geschlafen und ihnen die zwei Chancen ermöglicht haben“, meinte Kofler.
Die ersehnte Führung der Starbulls fiel dann im zweiten Drittel und hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst angedeutet. Torschütze war Maxi Vollmayer, der einen idealen Pass von Petri Lammassaari verwertete. In Überzahl legten die Gastgeber dann nach, Landshuts Verteidiger Kuhn fälschte den Schuss von Jussi Nättinen unhaltbar ins eigene Tor ab. Und auch das dritte Rosenheimer Tor fiel im Powerplay, diesmal hatte Lammassaari den jungen Thomas Reichel bedient und dieser souverän abgeschlossen. Bemerkenswert war aber auch die Szene davor, als Tobias Draxinger den Landshuter Stefan Reiter gerade noch rechtzeitig und unglaublich souverän am Torerfolg hinderte. Einmal musste Steinhauer aber doch noch hinter sich greifen: Fünf Minuten vor Schluss traf Landshut im Powerplay durch Reiter, der einen Schuss von Krogh abfälschte – das sollte die Rosenheimer Stimmung beim Eishockeyfest aber nicht mehr trüben.
Statistik: Starbulls Rosenheim – EV Landshut 3:1 (0:0, 2:0, 1:1). Starbulls: Steinhauer (Endras) – Bergmann, Heidenreich; Krumpe, Nowak; Vollmayer, Draxinger; Gottwald – Fröhlich, Baindl, Daxlberger; Echtler, Bucheli, Zick; Lammassaari, Nättinen, Reichel; Wenzel. Tore: 1:0 (26.) Vollmayer/Reichel, Lammassaari, 2:0 (39.) Nättinen/Lammassaari, Vollmayer, 3:0 (48.) Reichel/Nättinen, Vollmayer, 3:1 (56.) Reiter/Wrigley, Krogh; Schiedsrichter: Zehetleitner; Strafminuten: Rosenheim 14, Landshut 20; Zuschauer: 4753.tn