Pokal-Knaller gegen einen Drittligisten

von Redaktion

Fußball-Regionalligist 1860 Rosenheim empfängt morgen, Dienstag, 14 Uhr, die Würzburger Kickers

Nun ist sie also gerissen die Serie des Fußball-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim. Nach zuletzt sieben Pflichtspielen ohne Niederlage musste die Strobl-Elf gegen den FC Pipinsried eine Niederlage hinnehmen. Mit 0:1 unterlagen Lenz und Co. gegen den leidenschaftlicher agierenden Aufsteiger nicht unverdient (wir berichteten). Lange Zeit den verlorenen Punkten nachzutrauern haben die Sechziger allerdings nicht, denn bereits morgen, Dienstag, 14 Uhr, steht der Pokal-Knaller im bayerischen Toto-Pokal gegen den Drittligisten Würzburger Kickers im Stadion an der Jahnstraße auf dem Programm.

Die Würzburger Kickers haben turbulente Jahre hinter sich. In der Regionalliga Bayern starteten die Franken im Jahr 2013 mit einem klaren Ziel: Profifußball am Main. Und sie waren erfolgreich, denn nach einem elften Platz 2014, folgte mit Platz eins in der darauffolgenden Regionalligasaison der verdiente Aufstieg in die Drittklassigkeit. Liga drei war für die Kickers zunächst einmal nur eine Durchgangsstation. Via Relegation ging es gegen den MSV Duisburg sofort hoch in Deutschlands 2. Bundesliga. Und auch dort feierte man unter dem damaligen Trainer Bernd Hollerbach zunächst einmal Fußballfest um Fußballfest. Jedoch nur bis zur Winterpause. Denn in der kompletten Rückrunde konnte kein einziges Pflichtspiel mehr gewonnen werden und man stürzte von Platz sieben ab bis auf den vorletzten Tabellenrang.

Nun sind die Würzburger wieder Drittligist. Und wie bei Abstiegen üblich, musste man auch im Frankenland zahlreiche Topspieler ziehen lassen. Egal ob Daghfous (Sandhausen), Benatelli (Dresden), Soriano (Kielce/Polen), Schröck (Ingolstadt) oder Weihrauch (Bielefeld) – beinahe die komplette erste Elf brach den Kickers zu Saisonbeginn weg. Jetzt versuchen sie es unter dem neuen Trainer Stephan Schmidt mit jungen, ausbaufähigen Kräften wie Dominic Baumann, den letztjährigen Regionalligaknipser vom 1. FC Nürnberg II oder Anthony Syre, der aus Osnabrück kam. Umso wichtiger sind jedoch die wenigen übrig gebliebenen Stammkräfte aus der Vorsaison. Hesl im Tor, Taffertshofer im Mittelfeld und Königs im Sturm sind diejenigen, die eine zentrale Achse im künftigen Spiel bilden sollen. Dass der Umbruch jedoch nicht über Nacht von Erfolg gekrönt ist, zeigt die Tatsache, dass man sich aktuell auch in der Dritten Liga auf einem Abstiegsplatz befindet.

Nach der eher schwachen Vorstellung gegen Pipinsried (Sportlicher Leiter Hansjörg Kroneck: „Das muss man der Mannschaft nach den strapaziösen letzten Wochen mit Topleistungen auch einmal zugestehen“) müssen morgen die Zweikämpfe wieder angenommen werden, was von zentraler Bedeutung sein wird.

Selbstverständlich ist der Drittligist aus Würzburg haushoher Favorit, selbst wenn es derzeit in der Liga nicht läuft. Und selbstverständlich ist der Drittligist aus Würzburg ferner auch ein Favorit auf den Pokalsieg, der gleichzeitig den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals bedeutet. Da der Pokal jedoch immer seine Sensationen parat halten kann, ist vielleicht sogar ein Weiterkommen der Rosenheimer gegen die Kickers Würzburg denkbar. Grundlage dafür ist jedoch Wille und Leidenschaft. Alles weitere werden sicherlich spannende 90 Minuten zeigen.

Die Vorfreude im Lager der Heimelf auf diese Hammer-Partie ist jedenfalls riesig. Die Spieler brennen förmlich auf den Einsatz und bereiten sich äußerst konzentriert und fokussiert vor.

Um eine mögliche Sensation perfekt machen zu können, benötigen die Sechziger unbedingt die Unterstützung zahlreicher Zuschauer und Fans, die die Mannschaft anfeuern. Somit können alle ihren Teil dazu beitragen, vielleicht sogar im nächsten Jahr nach dem Gewinn des Toto-Cups im DFB-Pokal teilzunehmen und eventuell einen Bundesligisten als Gegner zugelost zu bekommen.

Träumen darf ja noch erlaubt sein, aber so weit weg und so unrealistisch ist das Ganze dann doch nicht. Voraussetzung dafür ist erst einmal das Weiterkommen gegen den Absteiger aus der 2. Bundesliga – und das wird schwer genug. mpo/re

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