Bad Aibling – Dabei mussten die Fans in der gut gefüllten Sporthalle lange um den Sieg zittern. Denn führten die Firegirls in der 30. Minute noch einigermaßen komfortabel mit 63:51, so schmolz dieser Vorsprung im letzten Viertel immer mehr, Hannover holte Punkt für Punkt auf. Wie so oft mussten die Aiblingerinnen am Ende ihrem dramatisch kleinen Kader Tribut zollen – es fehlte einfach an Kraft und Konzentration. Trainer Milos Kandzic konnte an diesem Abend nur auf sechs fitte Spielerinnen zurückgreifen, die „Starting Five“ spielte fast komplett durch. Den Unterschied machte dieses Mal jedoch einmal mehr Lindsay Sherbert. Die Top-Scorerin der Aiblingerinnen musste im Auswärtsspiel in Nördlingen am Dienstag noch krankheitsbedingt passen und zeigte sich jetzt zu Hause wieder in bester Verfassung. Mehr noch: Sherbert erwischte einen Sahnetag, war mit 24 Punkten und drei versenkten Dreiern beste Werferin auf dem Platz und konnte so ihre Mitspielerinnen immer wieder mitreißen. „Wir können alle gut mit dem Ball umgehen und eine hat heute für die andere gekämpft“, sagte Sherbert.
Auch Cyrielle Recoura wirbelte die Hannoveranerinnen das ein oder andere Mal durcheinander und scheint so langsam in ihre Rolle als Ersatz für die dauerverletzte Lena Bradaric hineinzuwachsen. Auch sie war unterm Korb effektiv und verbuchte Dreierwürfe für sich. Fast wurde ihr ihr Übereifer zum Verhängnis: Nachdem sie im letzten Viertel schon vier persönliche Fouls auf dem Konto hatte, wurde sie zum Schutz von Milos Kandzic aus der Partie genommen und erst in den allerletzten Minuten wieder eingesetzt.
Bei aller Freude über die zwei Punkte: In Bad Aibling ist man sich der Lage angesichts des dünnen Kaders wohl bewusst. Hier wollen die Firegirls nachlegen und noch mindestens eine bundesligataugliche Spielerin unter Vertrag nehmen. So ist es ein offenes Geheimnis, dass Sandra Wimmer zurückkehren wird.re