Jerez de la Frontera – Was für ein Einstand: Motorradrennfahrer Markus Reiterberger mischte als Gastfahrer beim Saisonfinale der Superstock-1000-Europameisterschaft in Jerez de la Frontera (Spanien) mit – und gewann! Der 23-Jährige vom Van Zon-Remeha-BMW hatte ja in dieser Saison schon die Superbike-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft zu seinen Gunsten entschieden, jetzt ging es eine Kategorie höher zur Sache.
Die Superstock-1000-EM wird bei allen europäischen Läufen der Superbike-Weltmeisterschaft ausgetragen. Dabei sind die Platzierungen im Fahrerfeld hart umkämpft, und das zeigte sich auch in Jerez.
Der Pilot und sein Team präsentierten sich bestens gerüstet für die kommende Saison, die Reiterberger dann komplett in der Superstock-1000-EM mitfahren will. Der Gaststart sollte vorrangig dazu dienen, sich an die Serie zu gewöhnen. Von der IDM unterscheiden sich vor allem die Reifen und das Fahrwerk.
Im ersten Training fuhr Reiterberger die siebtschnellste Zeit. Noch besser lief es dann im Zeittraining: Mit 1:14,113 Minuten holte sich Reiterberger die Pole-Position. Seine IDM-Mannschaft hatte es geschafft, das Setup der S1000RR innerhalb weniger Sitzungen von Slick- auf Profilreifen umzustellen.
Bei knapp 40 Grad Celsius Asphalttemperatur führte der Obinger zunächst, wurde aber in der dritten Runde von seinem Markenkollegen Federico Sandi als Führender abgelöst. Der Obinger erkämpfte sich in der achten Runde die Führung zurück und baute diese bis zum Rennende auf gut fünf Sekunden vor Ilja Michalik (Kawasaki) aus. Reiterberger wurde durch seinen Sieg mit 25 Punkten als 13. gesamtbester Deutscher in der Saisonwertung vor Julian Puffe (BMW/24) und Marvin Fritz (Yamaha/23).
„Hier in Jerez sind wir mit profilierten Pirelli-Reifen gefahren, die anders aufgebaut sind als unsere IDM-Slicks. Das Motorrad verhält sich deshalb anders, als wir es gewohnt sind. Außerdem muss man in dieser Klasse mit einer anderen Taktik an den Start gehen“, so der Obinger. „Ich war ein paar Runden am Limit und habe danach den Vorsprung ins Ziel verwaltet. Ein Wahnsinns-Wochenende“, jubelt er. „Wir wollten ganz vorne mitfahren, aber dass wir sowohl die Pole-Position als auch den Sieg hier einfahren können, hätte ich nicht gedacht. Das war eine sehr gute Generalprobe fürs nächste Jahr, auch wenn wir weiter an uns arbeiten müssen.“ Das nötige Selbstvertrauen haben sich Team und Fahrer schon erarbeitet.who