Inzell – Herausragend waren die beiden Titel von Joel Dufter über 1000 und seiner Schwester Roxanne Dufter über 1500 Meter. Etwas gehadert hat Moritz Geisreiter, er kam bei drei Starts jeweils auf den zweiten Platz. Der Trainer der Inzeller Gruppe, Danny Leger, sah „Höhen und Tiefen“. Immerhin sind alle seine fünf Schützlinge für den ersten Weltcup-Block nominiert worden.
Für Joel Dufter war die Erleichterung groß, als er am letzten Wettkampftag den Titel über 1000 Meter vor Nico Ihle und Hubert Hirschbichler eroberte. „Das ist nicht so einfach, wenn du auf dein wichtigstes Rennen drei Tage warten musst. So ist das immer eine Zitterpartie“, schilderte Dufter seine Gefühlslage. „Die Nominierung war sehr wichtig und auch, dass ich den A-Gruppenplatz gehalten habe.“ Zuvor hatte er mit dem zweiten Platz über 500 Meter die Norm für den Weltcup verpasst. Gewonnen hatte da Ihle, Hirschbichler wurde Sechster. Über die 1500 Meter reichte es für Dufter zum dritten Platz, Patrick Beckert gewann vor Moritz Geisreiter. „Ich bin mit dem Joel über die 1000 sehr zufrieden, die 500 waren nicht schlecht und die 1500 Meter so lala“, meinte Leger. Im Weltcup erwartet er von seinem Schützling über 1000 Meter Top-10-Ergebnisse. „Das ist immer eine enge Kiste. Wenn du einen kleinen Fehler machst, bist du statt Vierter plötzlich 15.“
Sehr zufrieden war Leger mit dem Abschneiden von Moritz Geisreiter. Der 29-Jährige lief auf den langen Strecken jeweils ein beherztes Rennen und wurde beide Male hinter Patrick Beckert Zweiter. Über 5000 Meter hatte der Lokalmatador bereits wie der sichere Sieger ausgesehen, wurde aber von seinem Rivalen noch abgefangen. Über die 10000 Meter lief Geisreiter mit 13:07,00 Minuten eine Klassezeit und blieb nur zweieinhalb Sekunden hinter Beckert. „Das waren schon sehr gute Zeiten“, meinte Geisreiter nach den Wettkämpfen. „Über die lange Strecke sind wir locker in den Top-10 international. Das Podium ist nicht mehr so weit entfernt“, macht sich Geisreiter Mut für kommende Aufgaben. „Mit diesen Zeiten kann der Moritz im Weltcup durchaus vorne dabei sein“, ist sich auch Leger sicher.
Ein paar Baustellen sieht Leger trotzdem noch. So zeigte Roxanne Dufter Höhen und Tiefen bei ihren Starts. Zwar konnte sie über 1500 Meter ihren Titel verteidigen, zufrieden waren weder Sportlerin noch Trainer mit der Zeit von 1:59,11 Minuten. „Da war mehr drin. Sie hat zwar ihr Soll erfüllt, war aber sehr verkrampft, sie kann mehr“, stellte der Trainer fest. „Ich habe den Druck gespürt und hatte starkes Herzklopfen. Ich wollte unbedingt die A-Gruppe halten“, meinte Dufter selbstkritisch, um danach sich und ihren Trainer über die 3000 Meter positiv zu überraschen. In 4:10,71 Minuten blieb sie gute zwei Sekunden hinter Claudia Pechstein auf dem zweiten Platz. „Da bin ich sehr locker unterwegs gewesen und vor allem technisch sauber auf dem Eis gestanden. Die Zeit war auch gut“, stellte sie fest. Fast während des gesamten Rennens war Dufter im direkten Duell vor Pechstein gewesen. Schließlich setzte sich am Schluss die Erfahrung der 45-Jährigen durch. Dafür gingen am Schlusstag bei Roxanne Dufter die 1000 Meter nach hinten los. „Das war sehr bescheiden und ein kleiner Tiefschlag“, stellte der Trainer fest.
Von einer schwierigen Situation und großem Druck sprach Hubert Hirschbichler nach den Meisterschaften. Nachdem die 500 und 1500 Meter nicht nach Wunsch verliefen, haute er über die 1000 Meter einen raus, kam auf den dritten Platz und schaffte damit die Weltcup-Norm. „Ich habe keine Ahnung, was da die ersten Rennen los war. Ich bin sehr nervös gewesen. Aber, daraus kann ich lernen.“ „Er hat teilweise den Faden verloren. Die 1500 waren nicht nach seinem Geschmack. Über die 1000 hat er sich dann durchgebissen. Er hat unglaubliches Potenzial und daran werden wir jetzt arbeiten“, kündigte Leger an.
Der große Pechvogel im Inzeller Team war Gabi Hirschbichler. Sie erwischte kurz vor den Meisterschaften einen Infekt und konnte nicht starten. „Das Risiko war uns zu groß“, meinte Leger. Immerhin bekommt sie trotzdem das Weltcup-Ticket, denn sie wird im Team Pursuit als feste Größe gebraucht. shu