Rosenheim – Nach außen hin nahm Manuel Kofler die 2:4-Niederlage in der Eishockey-Oberliga Süd gegen Deggendorf gelassen. Für Kofler war es die erste Heimniederlage der Starbulls Rosenheim unter seiner Regie. „Deggendorf hat zwei Tore mehr geschossen und deshalb absolut verdient gewonnen“, lautete Koflers Statement nach der Partie.
Die mangelhafte Chancenverwertung seiner Mannschaft beschäftigte den Rosenheimer Trainer dann aber schon: „Wenn man sich so schwertut, wie wir aktuell mit dem Toreschießen, dann ist das halt so, dass man solche Spiele verliert.“ In der Tat hatte sein Team im Spitzenspiel gegen die Niederbayern, die nun bis auf einen Zähler an den Tabellenführer herangerückt sind, jede Menge Chancen vergeben. Im ersten Drittel verschossen die Starbulls gleich zwei Penaltys binnen 63 Sekunden: Zunächst scheiterte Michael Baindl an Deggendorfs starkem Goalie Cody Brenner, dann Christoph Echtler. „Der erste wollte schießen, das hat nicht geklappt. Der zweite wollte ihn dann umspielen, auch das hat nicht funktioniert“, meinte Kofler, der seine Schützen aber in Schutz nahm: „Das ist um einiges schwerer wie das Elfmeterschießen beim Fußball.“
Es waren aber nicht nur die beiden Penaltys, die nicht im Tor landeten. So trafen die Rosenheimer auch diesmal wieder das Aluminium oder vertändelten aus kurzer Distanz. Oder sie scheiterten am 20-jährigen Brenner, der von seinem Trainer ein Sonderlob erhielt: „Wir konnten uns bei ihm bedanken, dass wir nach dem ersten Drittel nur 0:1 hinten lagen“, meinte Gäste-Coach John Sicinski. Für die Rosenheimer Führung hatte Michael Fröhlich im Powerplay gesorgt, zwei Starbulls-Spieler hatten Brenner die Sicht verdeckt.
Die Starbulls müssen sich aber nicht nur die Chancenverwertung ankreiden lassen. „Im zweiten Drittel hat uns Deggendorf den Schneid abgekauft“, bekannte Kofler, der zwar noch die Chance von Maxi Vollmayer notierte, dessen Schuss Brenner an die Latte lenkte, dann aber wurde Deggendorf stärker und der Ausgleich zeichnete sich auch schon mehrmals ab, ehe Curtis Leinweber plötzlich Freiheiten hatte und diese auch nutzte. Beim 1:1 waren die Rosenheimer viel zu weit weg, beim 2:2 hatte der Kanadier Glück, denn der Puck prallte von seinem Schlittschuh ins Tor – regelgerecht, weil Leinweber keine Kick-Bewegung machte. Dazwischen lag der 2:1-Führungstreffer von Yannick Wenzel mit einer schönen Einzelaktion.
Die Freiheiten, die Leinweber bei seinem ersten Treffer bekam, hatte dann auch Gäste-Verteidiger Pascal Sternkopf, der aus dem linken Bullykreis heraus zur ersten Deggendorfer Führung traf. Als Kofler alles riskierte und Torwart Steinhauer vom Eis nahm, erzielte Leinweber seinen dritten Treffer zur Entscheidung – auch, weil die Starbulls vorher etliche Ausgleichsmöglichkeiten ungenutzt ließen. „Positiv ist, dass wir uns die Chancen herausspielen und irgendwann werden sie auch wieder reinfallen“, sagt Kofler, „problematisch wird es erst, wenn wir uns keine Chancen mehr rausspielen. Das ist aber nicht der Fall.“
Statistik: Starbulls Rosenheim – Deggendorfer SC 2:4 (1:0, 1:2, 0:2). Starbulls: Steinhauer (Endres) – Gottwald, Krumpe; Draxinger, Vollmayer; Heidenreich, Neumann – Wenzel, Reichel, Zick; Fröhlich, Baindl, Lammassaari; Echtler, Bucheli, Nättinen; Nowak. Tore: 1:0 (9.) Fröhlich/Draxinger, Lammassaari, 1:1 (27.) Leinweber/Böhm, Vavrusa, 2:1 (34.) Wenzel/Reichel, 2:2 (39.) Leinweber/Wiederer, Stern, 2:3 (45.) Sternkopf/ Gibbons, Vavrusa, 2:4 (60.) Leinweber; Schiedsrichter: Harrer; Strafminuten: Rosenheim 4, Deggendorf 14; Zuschauer: 2629.tn