Aus der Starbulls-EishockeyStatistik

Keine „Nachsitz-Liga“

von Redaktion

Rosenheimer Eishockeyspieler erstmals in der Verlängerung

Rosenheim – Der Terminplan bescherte den Starbulls diesmal ein westbayerisches Wochenende. Am Sonntag stand das allererste Gastspiel am Bodensee auf dem Plan (die Lindauer hatten ja bereits vor einer Woche in Rosenheim demonstriert, dass sie trotz des drittletzten Tabellenrangs kein „Fallobst“ sind), zwei Tage davor kreuzten Manuel Koflers Jungs erstmals seit der Saison 2001/02 (damals im Landesliga-Play-off) mit Memmingen die Klingen. Damals dominierte Rosenheim, angeführt von Mondi Hilger, Vitus Mitterfellner und Mario Jann, mit 7:3 auswärts und 12:1 in eigener Halle wesentlich deutlicher als diesmal deren Nachfolger beim 5:2.

Neben dem Novum „Memmingen“ gab es auch eine weitere Premiere, mussten die Starbulls in Lindau doch erstmals in dieser Saison in die Verlängerung. Überhaupt ist die Oberliga Süd bisher keine „Nachsitz-Liga“; erst neun der bisherigen 90 Partien dauerten länger als die üblichen sechzig Minuten, wobei Lindau in seiner bereits vierten Overtime ein gewisses Mehr an Erfahrung nutzen konnte.

Und noch ein Novum, allerdings ein unerfreuliches: Erstmals gelang es Bergmann & Co. nicht, einen Zwei-Tore-Vorsprung auch in einen Sieg umzumünzen. Zuvor hatte die Formel zehnmal gelautet: mit zwei Toren in Front, drei Punkte auf dem Konto.

Bei der zweiten Konfrontation mit den Islanders gab es ein paar verblüffende Parallelen zum ersten Match dieser beiden vor einer Woche. Wieder gelang den Starbulls ein schneller Tore-Doppelpack, letzte Woche ja binnen Rekord bedeutenden fünfzehn Sekunden durch Bucheli und Zick, diesmal benötigten Jussi Nättinen und Thomas Reichel deren 72. Ebenfalls wie gehabt: Lindau hellwach nach der Pause. Letzten Sonntag schoss Jeff Smith nach 55 Sekunden des letzten Spielabschnitts das 3:1 für sein Team, diesmal brauchte Andreas Farny in der Verlängerung 77 Sekunden für den, wie es früher hieß, „Sudden Death“ der Starbulls. Dabei gehören die Anfangsminuten eines Spieldrittels eigentlich immer den Starbulls. Von einem Ausrutscher abgesehen (Peitings Heimtor in der 2. Minute), fiel in 15 Spielen noch kein einziger Gegentreffer vor der 15. Spielminute! Im Mittelabschnitt lautet die Bilanz der ersten sechs Minuten 6:0 zugunsten der Starbulls, und im Schlussdrittel hatte außer Lindau nur Regensburg (46. Minute) in den ersten dreizehn Minuten des Drittels ein Tor erzielen können, Rosenheim aber 14!

Nicht neu ist die fast totale Ineffektivität in Überzahl. Die beiden Spiele gegen die Islanders zusammengenommen, gelang den Starbulls gerade mal ein Treffer in gut 15 Minuten Powerplay, Lindau ging in fast 20 Überzahlminuten nicht nur völlig leer aus, sondern kassierte auch noch ein Empty-Net-Goal mit Sechs gegen Vier. Dies spiegelt ziemlich deutlich die Situation bei den Starbulls wider: Während das Powerplay in den letzten vier Spielen in 13 Phasen von gut 22 Minuten Länge ohne Power blieb, funktioniert das Penalty-Killing derzeit optimal: In den letzten sechs Spielen überstanden Zick & Co. sage und schreibe 23 zusammen 20 Minuten dauernde Unterzahlphasen schadlos!

Apropos Fabian Zick: Die Nummer 91 ist hinter Topscorer Tobias Draxinger derzeit die Nummer zwei mit sechs Treffern, und alle diese Tore hat er auf eigenem Eis erzielt! Damit ist er der genaue Gegenentwurf zu Petri Lammassaari, der alle fünf Tore auswärts schoss. Und wo wir schon bei den Finnen sind: Erfreulich, dass Jussi Nättinen nach seiner bisherigen Torflaute in beiden Wochenend-Partien den ersten Rosenheimer Treffer erzielen konnte. Er ist damit neben Manuel Neumann und Michael Baindl der dritte Spieler, der in den letzten vier Begegnungen immer am Scoring beteiligt war.

Und während Draxingers Serie von acht Spielen mit Scorerpunkten (sechs Tore plus fünf Assists) gegen Memmingen riss, besteht die von Lammassaari weiter: In den letzten acht Matches gelangen ihm zwei Tore und sieben Vorlagen.

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