Peiting – Es gibt Eishockeyspiele an die man sich noch in 20 Jahren erinnert und dazu gehört die Begegnung zwischen Peiting und den Starbulls Rosenheim. Da musste nach 23 Minuten auf Rosenheimer Seite Feldspieler Michael Baindl beim Stand von 0:4 ins Tor, weil Lukas Steinhauer vor dem Spiel wegen Schwindelgefühlen passen und sein Vertreter Luca Endres nach 22.37 Minuten verletzt vom Eis musste. Am Ende verloren die Starbulls mit 2:8 (0:3, 1:2, 1:3) Toren.
„Lukas Steinhauer wollte nach der Verletzung von Endres zwar ins Tor, doch der Peitinger Vereinsarzt sagte, dass er unmöglich spielen kann“, erklärte Starbulls-Trainer Manuel Kofler nach dem kuriosen Spiel. Schiedsrichter Ulpi Sicorschi machte den Starbulls-Verantwortlichen klar, dass sie zehn Minuten Zeit haben einen Feldspieler ins Tor zu stellen.
„Das sind zwei verschiedene Sportarten“
Michael Baindl
Manuel Kofler blickte in die Runde und dann meldete sich Stürmer Michael Baindl. „Ich habe angeboten mich ins Tor zu stellen, weil ich das als kleiner Bub schon mal gemacht habe. Ich bin auch ein Spieler, der sich in Schüsse wirft und deshalb habe ich ein ganz gutes Timing“, erklärte Baindl, der natürlich wusste, auf was er sich da einließ: „Eishockey-Torhüter und -Spieler sind zwei verschiedene Sportarten. Das fängt schon bei den Schlittschuhen und der Ausrüstung an. Wichtig war, dass ich mich nicht auch noch verletzt habe. Und ein dickes Lob an meine Vorderleute. Die haben mich fantastisch unterstützt und haben viele Schüsse geblockt. Die Fans aus beiden Lagern haben mich nach gelungenen Paraden gefeiert, aber trotzdem: Wir haben verloren und in den ersten 23 Minuten schlecht gespielt.“ Die Vorzeichen für das Spiel waren denkbar schlecht, denn Trainer Manuel Kofler musste mit einem Rumpfkader in Peiting antreten: „Wir sind heute nur mit 14 Feldspielern angereist, weil Dominik Daxlberger kurzfristig krank wurde und Michael Fröhlich Oberschenkelprobleme hatte.
Den Tabellenführer geschlagen und dennoch fiel die Freude beim EC Peiting über den 8:2-Erfolg über die Starbulls sehr dezent aus. „Für mich dauerte das Spiel nur 23 Minuten, der Rest war eine Farce“, urteilte ECP-Coach Sebastian Buchwieser nach der ungewöhnlichen Partie. Wie kam es zur Verletzung von Luca Endres? Andreas Feuerecker fuhr in Unterzahl einen Konter. Er befördert die Scheibe in den Kasten und rauscht bedrängt von einem Rosenheimer in den Starbulls-Goalie, der daraufhin mit einer Sehnenverletzung vom Eis musste. „Eine genaue Diagnose gibt es erst am Montag nach der Untersuchung“, erklärte Manuel Kofler auf der Heimfahrt. Obwohl kein spielfähiger Keeper mehr zur Verfügung stand, spielten die Starbulls weiter. „Wir wollten das Spiel zu Ende spielen, schließlich haben die Leute Eintritt gezahlt“, ergänzt Kofler. Die Partie war zu dem Zeitpunkt praktisch gelaufen, da der ECP nach einem starken ersten Durchgang bereits deutlich mit 4:0 in Front lag. Peiting machte danach noch vier weitere Tore, für Rosenheim trafen Thomas Reichel und Yannick Wenzel.
„Kompliment an das Team, das haben sie gut gespielt, aber derzeit läuft es einfach“, lobt Buchwieser seine Mannen, die gegen die stark dezimierten Rosenheimer groß aufspielten.
Spielstatistik: Peiting – Starbulls Rosenheim 8:2 (3:0, 2:1, 3:1). Tore: 1:0 (5.) Kostourek, 2:0 (7.) Krabbat, 3:0 (18.) Krabbat, 4:0 (23.) Feuerecker, 4:1 (25.) Reichel (Lammassaari, Echtler), (5:1 (33.) Bartsch, 6:1 (45.) Maier, 7:1 (53.) Stauder), 7:2 (56.) Wenzel, 8:2 (60.) Heger. Strafzeiten: Peicting 10, Rosenheim 10. Zuschauer: 857.bz/rh