Halfing – Fischer wagte mit dem indischen Motorrad-Giganten Hero einen kompletten Neustart, nachdem er für BMW, Husqvarna sowie Honda und mit seiner eigenen Firma Speedbrain jahrelang erfolgreich im Motorrad-Rallye-Bereich tätig war. Er konnte zahlreiche Siege bis hin zur Offroad-Rallye-Weltmeisterschaft einfahren. Jetzt wartet mit der Rallye Dakar 2018 eine weitere Herausforderung auf ihn und sein junges Team.
Die Hero Moto Corporation ist ein indischer Motorradhersteller mit Sitz in Neu-Delhi. Das Unternehmen gilt als größter Motorradhersteller der Welt, noch vor Honda oder Yamaha. Der Fokus lag bisher auf kleine Motorräder, quasi Alltagstransportmittel bis 200 ccm. Jetzt möchte man das Segment bis 450 ccm erobern. Die Serienentwicklung wird dabei durch die Erfahrungen im Motorsport zentral unterstützt. Der ehemalige BMW-Motorrad-Mann Dr. Markus Braunsperger aus Wasserburg ist bei Hero in Indien als Vorstand für die Entwicklung verantwortlich.
„Die Herausforderung hat mich gereizt.“
Wolfgang Fischer
Wolfgang Fischer, in Aschau im Chiemgau aufgewachsen, gilt als einer der erfolgreichsten Teammanager im Wüsten-Rallye-Sport auf zwei Rädern. „Die Herausforderung, mit einem starken Partner wie Hero und einem bei uns entwickelten Bike Offroad-Motorsport unter Extrem-Bedingungen zu betreiben, hat mich gereizt“, so Fischer. Er und sein Team traten bereits dieses Frühjahr bei der Rallye Dakar 2017 an und sorgten mit Platz zwölf im Gesamtklassement von Joaquim Rodrigues „aus dem Stand heraus“ für Aufsehen. Bei zahlreichen Rallye-Einsätzen wie beim Sieg der India Baja, der Merzouga- und der Oillybiya-Rallye sammelte das Hero-Motosports-Team-Rallye weitere Erfahrungen und konnte vor allem das Bike weiter verbessern.
Joaquim Rodrigues (Portugal) und C.S. Santosh (Indien) sind auch bei der kommenden Rallye Dakar für Hero am Start. Zusätzlich fördert und baut das Hero-Motosports-Team-Rallye neue Talente auf, wie beispielsweise den Junior-Enduro-Weltmeister Oriol Mena aus Spanien. Er ist als Fahrer Nummer drei in Südamerika.
Gestartet wird am 6. Januar im peruanischen Lima. Über 9000 Kilometer, davon rund 5000 Kilometer selektives Offroad-Gelände, führen über die Anden und das bolivianische La Paz nach 15 Tagen zum Ziel nach Cordoba in Argentinien.
„Die ‚Dakar‘ ist nur mit viel Erfahrung, ganzjähriger Vorbereitung und sehr hartem Training, einer entsprechenden Fahrtechnik sowie perfektem Material erfolgreich zu bewältigen. Die Fahrer müssen das Motorrad permanent am Limit bewegen und dabei ohne GPS navigieren – und das über Stunden. Das Trainieren wir immer und immer wieder“, erzählt Fischer.
Ein zentraler Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Teilnahme an Offroad-Rallyes ist das Team im Hintergrund. Ingenieure, Mechaniker, Fahrwerks- und Motorenspezialisten sorgen in Stephanskirchen dafür, dass die Bikes rennfertig sind. Hinzu kommen Lkw-Fahrer, Versorgungs- und Logistikmitarbeiter. Ein dreiachsiger Allrad-Lkw und zwei Allrad-Sprinter transportieren die komplette Logistik sowie über 6000 Ersatzteile. Teammanager Fischer gibt sich zuversichtlich. „Wir wollen alle drei Bikes ins Ziel bringen. Einen Platz in den Top Ten streben wir durchaus an. Wichtig ist aber, dass alle gesund nach Hause kommen.“