Salt Lake City – „Das waren grandiose Leistungen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, so Team-Inzell-Trainer Danny Leger. So schaffte das Team mit Gabi Hirschbichler, Roxanne Dufter und Claudia Pechstein den dritten Platz, dass gelang auch Moritz Geisreiter über die 5000 Meter. Noch jetzt sind bei Geisreiter die Emotionen nach diesem Lauf und dem ersten Podest seiner Karriere im Weltcup anzumerken.
„Ich wollte mir den deutschen Rekord zurückholen.“
Moritz Geisreiter
„Es war ein Wahnsinnsrennen im direkten Duell mit Patrick Beckert. Ich wollte mir den deutschen Rekord zurückholen. Wir waren von den Rundenzeiten voll auf Kurs und das Duell hat sich Runde für Runde hochgeschaukelt. Wir haben den Rennplan sogar unterboten, das ganze Rennen haben wir uns gegenseitig Druck gemacht, deswegen sind wir so schnell gewesen“, schildert der 29-Jährige das Rennen. Am Ende kam Patrick Beckert in 6:07,02 Minuten mit neuem deutschem Rekord auf den zweiten Platz. Der Inzeller lief eine neue persönliche Bestzeit in 6:07,31 Minuten. „Ich habe zwar die schnellere Schlussrunde gehabt, er hat aber zuvor den Vorsprung rausgeholt. Wir sind beide auf dem Podium, das geht in Ordnung.“ Sieger wurde der Kanadier Ted-Jan Bloemen mit neuer Weltrekordzeit. „Für mich war das ein bewegender Moment. Ich bin oft dran gewesen. Ich habe an die Jahre zurückdenken müssen, wo ich es immer versucht habe. Danke an die Menschen, die immer an meiner Seite gestanden sind“, zeigte sich Geisreiter dankbar. Trainer Danny Leger sprach von einem „Hammerlauf“ und bemerkte, dass von der Weltspitze nur der Holländer Sven Kramer gefehlt hat.
Eine tolle Leistung zeigte auch Roxanne Dufter mit der Bronzemedaille im Team und den achten Platz über 1500 Meter in einer persönlichen neuen Bestzeit in 1:54,73 Minuten. „Die 1:54 habe ich mir vorgenommen und im Team sind wir noch mal schneller gewesen, als in Calgary“, freute sich Roxanne Dufter. Nebenbei schaffte sie neben Gabi Hirschbichler auch das Teamranking über 1000 Meter für Olympia. „Das war ganz stark von der Roxanne“, bemerkte Leger und fügte hinzu: „Im Team gehören wir jetzt zu den Medaillenkandidaten im erweiterten Kreis. Wir sind in den Top Drei. Aber es werden fünf bis sechs Teams um Medaillen kämpfen. Einen richtigen Traumlauf hat Gabi Hirschbichler über 1500 Meter in der B-Gruppe mit 1:54,67 Minuten und einer neuen persönlichen Bestzeit hingelegt. Der Lohn, Platz 1 und Aufstieg in die A-Gruppe beim nächsten Weltcup in Erfurt. Mit dieser Zeit wäre sie in Salt Lake City in der A-Gruppe im Bereich von Roxanne Dufter gelandet. „Ich freue mich sehr, vor allem dass ich bis zum Ende die Technik stabil laufen konnte“, so Hirschbichler. „Die Gabi hat eine deutlich aufsteigende Form. Schade, dass sie im Vorfeld der Saison krank gewesen ist“, meinte Danny Leger und sah gönnerhaft darüber weg, dass seine beiden Damen die 1000 Meter am Schlusstag etwas „versemmelten“. „Es sind jetzt fünf lange Wochen gewesen. Mit den Plätzen können wir nicht zufrieden sein. Aber sie sind auch nur Menschen.“ Der große Pechvogel der „Übersee-Reise“ war Joel Dufter. Schon in Calgary hat ihn eine Grippe mit Fieber erwischt. Trotzdem ist der Youngster zum Abschluss in Salt Lake City über die 1000 Meter angetreten. „Er musste starten, um im internationalen Ranking einen Platz unter den besten 20 zu bekommen. Nur dann hat er seinen Olympia-Startplatz sicher“, erklärte Leger die Maßnahme. Letztendlich gelang es Joel Dufter in 1:09,65 Minuten auf den 20. Platz zu laufen und den Startplatz für Korea zu sichern. Die Quali-Norm für Olympia hatte er bereits zuvor geschafft. „Wir werden ihn jetzt vorsichtig aufbauen. Er ist ja noch jung“, gab ihm sein Trainer mit auf den Weg. shu