Krakau – Der Start zur FIM SuperEnduro-Weltmeisterschaft 2018 fand, wie auch schon in den letzten Jahren, bereits Mitte Dezember in Krakau/Polen statt. Mehr als 12000 begeisterte Zuschauer waren in die bekannte Tauron-Arena gekommen um die waghalsigen Aktionen der insgesamt 75 Fahrer aus 22 Nationen zu bestaunen. Erfolgreich mit dabei war auch Manuel Lettenbichler aus Kiefersfelden, Juniorenweltmeister von 2016, der sich nach dem ersten Schnupperjahr 2017 heuer in der Prestige-Klasse der World-Pros endgültig etablieren will.
Die Krakauer Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Comebacks des polnischen Superstars und vielfachen Weltmeisters Taddy Blazusiak, der nach einem Jahr Pause erneut sein immer noch überragendes Können unter Beweis stellte. Zwar gelang dem Polen in allen vier Einzelbewerben kein Sieg, aber mit vier zweiten Plätzen eroberte er zunächst einmal die WM-Führung. Den ersten Paukenschlag aber setzte Titelverteidiger Colton Haaker aus den USA mit der besten Zeit in der Superpole vor Blazusiak und dem zweiten US-Boy Cody Webb. Dafür gab es für die drei bereits die ersten WM-Punkte. Haaker konnte dann aber beim ersten der drei Finalrennen seine gute Startposition nicht nutzen. Schon in der ersten Ecke fiel er weit zurück und wurde am Ende nur Achter. Blazusiak und Webb kämpften lange um die Führung, bis sich am Ende Cody Webb durchsetzen konnte.
Manuel Lettenbichler duellierte sich mit dem Spanier Alfredo Gomez lange um den dritten Podestplatz, musste sich dann aber doch mit Rang vier zufriedengeben.
Beim zweiten Finalrennen mit umgekehrten Startpositionen umkurvten Blazusiak, Lettenbichler und der Brite Billy Bolt den Stau in der ersten Kurve geschickt und gingen in Führung. Bolt fuhr entfesselt und schnappte sich zunächst Lettenbichler, bevor er auch noch Blazusiak überholen konnte. Für Manuel Lettenbichler war dieser erste Podestplatz seiner Karriere bei den World-Pros wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Für Weltmeister Haaker blieb erneut nur der achte Platz.
Auch beim dritten Finalrennen gab es in der ersten Kurve wieder den wohl unvermeidlichen Stau, in dem Cody Webb, aber auch Manuel Lettenbichler, viel Zeit verloren. Einzig Blazusiak kam erneut ungeschoren durch, aber auch Haaker hatte diesmal das Glück auf seiner Seite. Doch Webb war durch dieses Missgeschick nicht zu bremsen, überholte einen Konkurrenten nach dem anderen, schnappte sich zunächst Haaker und kurz vor dem Ziel auch noch Blazusiak. Manuel Lettenbichler wurde hinter den beiden Briten Billy Bolt und Jonny Walker Sechster.
Damit führt Taddy Blazusiak nach der ersten von fünf WM-Stationen die WM-Wertung mit insgesamt 53 Punkten knapp vor Cody Webb (51), Billy Bolt (44) und Manuel Lettenbichler (37) an. Nach diesem für ihn als Rookie sehr erfolgreichen Einstand in die SuperEnduro-WM freut sich Manuel Lettenbichler auf den als Nächstes anstehenden deutschen WM-Lauf am 6. Januar in der Sachsen-Arena in Riesa, wo ihn seine Fans sicher ohne Ende anfeuern werden. sc