Das Interview

„Es gibt Trainer auf dem Markt“

von Redaktion

Wasserburg – Dass es bei den Basketball-Damen des TSV Wasserburg während der laufenden Saison einen Trainerwechsel gibt, ist ein Novum. „Das war noch nie da“, sagt Abteilungsleiterin Gaby Brei, die sich nach dem außergewöhnlichen Ereignis den Fragen der OVB-Sportredaktion stellte.

Hand aufs Herz: War die Derbyniederlage in Bad Aibling der Grund für die Trennung von Coach Georg Eichler?

Nein, die Derbyniederlage war nicht entscheidend. Das hat sich jetzt einfach mit den unterschiedlichen Auffassungen in einigen Bereichen so ergeben.

Was sind das für unterschiedliche Auffassungen?

Insgesamt ist die Situation für einen Profi-Trainer wie Georg Eichler in Wasserburg nicht befriedigend. Er hat die Bedingungen, die er gerne bei uns gehabt hätte, nicht vorgefunden. Wir haben einfach keine hochprofessionellen Bedingungen. Das geht los bei der Halle, wo wir uns zum Training auch in Lücken während des Schulunterrichts reinschleichen müssen, dann ist der Kader klein, es gibt verletzte Spielerinnen und es ist schwer, dafür Ersatz zu finden.

Da geht es wohl vor allem um Ersatz für Rebecca Tobin.

Ja, wir sind auf der Suche nach Ersatz. Rebecca wird wohl nicht so lange ausfallen, aber sie ist eine entscheidende Spielerin, die uns stärker macht.

Wäre es nicht noch möglich gewesen, dass Eichler das letzte Spiel vor der Weihnachtspause noch coacht?

Nein, das wäre nicht gegangen. Wir können uns aber dennoch in die Augen schauen.

Nun übernimmt zunächst Nikolay Gospodinov. Wird er bleiben?

Das kann ich noch nicht sagen, da stehen noch Gespräche an. Er macht bei uns die Herrenmannschaft und die Damen II und war Co-Trainer bei der ersten Mannschaft. Er kommt gut an und ich traue es ihm absolut zu, dass er diese Aufgabe bewältigen kann. Er kann sich ins Rampenlicht stellen und wir müssen dann einen neuen Trainer für Herren und Damen II suchen. Es gibt aber auch andere Trainer auf dem Markt, die einen Job suchen.

Eichler hatte das Double geholt, auch jetzt ist Wasserburg in der Tabelle vorne. Ist der Trainerwechsel nun ein gewaltiger Einschnitt in die Erfolgsgeschichte der letzten 15 Jahre?

Das hängt jetzt ganz von der Mannschaft ab. Sie muss zusammenhalten und die Chemie mit dem Trainer muss stimmen.Interview: Neumeier

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