Eishockey-Oberliga Süd

2:4 – peinliches Starbulls-Schlussdrittel

von Redaktion

Rosenheimer verlieren in Waldkraiburg nach 2:0-Führung – Kofler sauer: „Kein Spieler hatte Normalform“

Waldkraiburg – In Waldkraiburg ist in diesem Jahr die Bescherung auf den 2. Weihnachtsfeiertag gefallen: Die Löwen aus der Industriestadt haben ihr Heimspiel in der Eishockey-Oberliga Süd gegen die Starbulls Rosenheim mit 4:2 gewonnen und damit durchaus für eine Sensation gesorgt. Dabei hatte der Tabellenzweite aus Rosenheim kurz vor Ende des zweiten Drittels noch mit 2:0 geführt. Dann aber kam Waldkraiburg noch vor der Drittelpause zum Anschluss, ehe ein peinliches Schlussdrittel zur Starbulls-Blamage führte.

Rosenheims Trainer Manuel Kofler konnte bereits mit dem ersten Drittel nicht zufrieden sein. Da ließen seine Mannen bereits zu viele Chancen der Gastgeber zu und Michael Boehm, Förderlizenz-Goalie aus Bad Tölz und bereits der sechste Akteur in dieser Saison im Starbulls-Tor, hatte mehr Arbeit, als ihm lieb war. „Mich hat es gefreut, dass er sein erstes Spiel machen konnte. Es war eine Leistung, auf die sich aufbauen lässt“, so Kofler. Allerdings musste sich der junge Boehm, der flink auf den Beinen war, den Gegentreffer zum 1:2 ankreiden, da er beim Schuss von Bastian Rosenkranz freie Sicht hatte.

Bei den Starbulls war Jussi Nättinen wieder mit dabei, so dass Kofler mit vier Sturmreihen antreten konnte. Allerdings brauchte es ein Fünf-gegen-Drei-Überzahl, um zum ersten Treffer zu kommen: Matthias Bergmann hatte zuvor schon mehrmals angeklopft, dann, als Waldkraiburg wieder den vierten Feldspieler hinzubekam, überwand er den bärenstarken EHC-Tormann Korbinian Sertl zur Rosenheimer Führung. Manuel Neumann traf im ersten Drittel noch den Pfosten, Daniel Bucheli im zweiten Abschnitt die Latte und Nättinen schoss am halbleeren Tor vorbei, wobei es in diesem Fall eher eine Kunst war, das Tor in dieser Szene nicht zu treffen.

Chancen waren da, insgesamt hatte das Rosenheimer Spiel aber viel zu wenig Bewegung und es wirkte, als wollten die Starbulls mit halber Kraft die Punkte mitnehmen – und das geht selbst beim Tabellenvorletzten nicht. „Uns haben die zehn Tore aus dem Regensburg-Spiel wohl nicht gutgetan“, meinte Kofler, „man kann auch hier nicht einfach durchspazieren. Kein Spieler hatte Normalform. Das war zu wenig und darf uns nicht passieren.“ Dennoch ging sein Team mit 2:0 in Führung, als Fabian Zick aus wenigen Zentimetern den Puck über die Linie drückte. Das Tor gehörte aber mindestens zu 50 Prozent Manuel Neumann, der mit viel Übersicht die Vorarbeit lieferte.

Dann aber kam Waldkraiburg heran und als es sich die Starbulls im letzten Drittel leisteten, eine zwei Minuten andauernde Fünf-zu-Drei-Überzahl ungenutzt zu lassen, witterte Waldkraiburg Morgenluft. Und hatte in der Schlussphase sogar noch mehr Körner. Spielentscheidend war sicherlich EHC-Kontingentspieler Brent Norris, der in der 58. Minute mit einem Schuss ins kurze Eck den Ausgleich markierte und 17 Sekunden vor dem Ende einen Rosenheimer Verteidiger ins Leere rutschen ließ und dann dann eiskalt vollendete. Für den Schlusspunkt sorgte dann vier Sekunden vor Schluss Lukas Wagner, der den Puck ins leere Rosenheimer Gehäuse beförderte.

Erneut Trainerwechsel bei Waldkraiburg

„Die Jungs haben 100 Prozent gegeben und wollten den Sieg am Schluss unbedingt“, meinte Tomas Martinec, der sich mit dem Sieg über die Starbulls nach nur fünf Spielen wieder aus Waldkraiburg verabschiedete. Er gab auf der Pressekonferenz bekannt, dass er ins Ausland wechselt. Die Jubelstimmung wurde aber nur kurz unterbrochen, denn die EHC-Verantwortlichen konnten vermelden, dass Urgestein Rainer Zerwesz bis Saisonende übernimmt, was bei den Waldkraiburger Fans für tosenden Beifall sorgte. Die Bescherung nahm für sie kein Ende.

Statistik: EHC Waldkraiburg – Starbulls Rosenheim 4:2 (0:1, 1:1, 0:3). Starbulls: Boehm (Endres) – Draxinger, Vollmayer; Bergmann, Neumann; Rohner, Gottwald – Daxlberger, Baindl, Bucheli; Fröhlich, Reichel, Nättinen; Echtler, Wenzel, Zick; Hein, Heidenreich, Krumpe. Tore: 0:1 (11.) Bergmann/Fröhlich, Neumann, 0:2 (37.) Zick/Neumann, Bergmann, 1:2 (40.) Rosenkranz/Zimmermann, 2:2 (58.) Norris/Hradek, Seifert, 3:2 (60.) Norris/Trox, Hämmerle, 4:2 (60.) Wagner; Schiedsrichter: Singer; Strafminuten: Waldkraiburg 12, Rosenheim 4; Zuschauer: 1236.tn

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