Auch nicht, wenn die Starbulls die Schmach vom Dienstag, als man in Waldkraiburg mit 2:4 verlor, wettmachen wollten und auch konnten. Wenn aber der Tabellenzweite auf den Vorletzten trifft und mit 4:1 gewinnt, dann muss es eher heißen: Pflichtaufgabe erfüllt.
„Ich bin einfach nur froh, dass wir die drei Punkte geholt haben“
Manuel Kofler
Und so war der Tenor unter vielen Fans gestern Abend auch: „Hauptsache, die Punkte bleiben da.“ In dieselbe Kerbe schlug dann auch Starbulls-Trainer Manuel Kofler, als er resümierte: „Ich bin einfach nur froh, dass wir die drei Punkte geholt haben.“ Es war in der Tat ein Arbeitssieg für die Rosenheimer, die über die gesamte Spielzeit das überlegene und klar bessere Team waren und somit auch verdient gewannen. Es war aber auch erneut so, dass die Waldkraiburger den Gastgebern alles abverlangten. „Wir wollten defensiv gut stehen, das ist uns auch gut gelungen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Das war eine gute Leistung“, meinte Waldkraiburgs Coach Rainer Zerwesz. Der Ex-Nationalspieler hat das Team nach dem Abgang von Tomas Martinec am Dienstag wieder übernommen.
Und er durfte zunächst auch gleich jubeln, denn in Überzahl gingen die Gäste sogar in Führung. Michael Trox fälschte einen Schuss von Lukas Wagner ab und Lukas Steinhauer, der nach längerer Pause wieder das Rosenheimer Tor hütete, war machtlos. Sollte es eine neuerliche Überraschung geben? Die Starbulls sortierten sich kurz und waren dann das überlegene Team. „Rosenheim war eigentlich über 60 Minuten lang spielestimmend“, bekannte Zerwesz. Und in der achten Minute gelang Simon Heidenreich der Ausgleich, Vorlagengeber war der erst 16-jährige Enrico Henriquez Morales, dessen Auftritt Kofler als „erfrischend“ bewertete. Der Nachwuchsspieler bekam viel Eiszeit, weil im Gegensatz zum Dienstag Michael Fröhlich und Jussi Nättinen fehlten. Als bei den Gästen dann zwei Mann auf die Strafbank mussten, gingen die Starbulls – Parallele zum Dienstag– in Führung. Diesmal scheiterte Daniel Bucheli zunächst an Torwart Sertl, Dominik Daxlberger beförderte aber den folgenden Querpass von Michael Baindl über die Linie.
Im zweiten Drittel tat sich wenig, die Starbulls verpassten den dritten Treffer und mussten einen Nackenschlag hinnehmen, als Kapitän Tobias Draxinger nach einem völlig unnötigen Check gegen Hradek mit einer Spieldauerstrafe belegt wurde. Während der fünfminütigen Überzahl blieb Waldkraiburg aber harmlos, die beste Gelegenheit in dieser Phase hatten sogar die Starbulls. „Das war der Knackpunkt. Wenn wir da das 2:2 machen, dann geht vielleicht noch mal ein Ruck durch die Mannschaft“, meinte Zerwesz.
Der kam aber nicht mehr und so entschieden die Rosenheimer im letzten Drittel durch zwei Tore von Michael Baindl, Letzteres ins leere Waldkraiburger Gehäuse, die Begegnung für sich. „Rosenheim hat uns zum Schluss eingeschnürt, da hat uns dann auch die Kraft gefehlt“, urteilte der Gäste-Trainer, während sich Kofler darüber Gedanken machte, „dass wir uns momentan schwer tun, die Tore zu schießen“.
Statistik: Starbulls – EHC Waldkraiburg 4:1 (2:1, 0:0, 2:0). Starbulls: Steinhauer (Endres) – Bergmann, Neumann; Rohner, Gottwald; Draxinger, Krumpe – Wenzel, Reichel, Zick; Daxlberger, Baindl, Bucheli; Vollmayer, Heidenreich, Echtler; Hein, Henriquez Morales. Tore: 0:1 (4.) Trox/Wagner, Seifert, 1:1 (8.) Heidenreich/Henriquez Morales, 2:1 (18.) Daxlberger/Baindl, Bucheli, 3:1 (48.) Baindl/Krumpe, Vollmayer, 4:1 (60.) Baindl/Bucheli, Neumann; Schiedsrichter: Zehetleitner; Strafminuten: Rosenheim 9 plus 10 Disziplinarstrafe für Rohner plus Spieldauerstrafe für Draxinger, Waldkraiburg 12; Zuschauer: 2687. tn