Eisschnelllauf-Europameisterschaft

Dramatisches Finale im Teambewerb

von Redaktion

Mit jeweils einem Blumenstrauß hat Inzells Bürgermeister Hans Egger die beiden Bronzemedaillengewinnerinnen der Eisschnelllauf-Europameisterschaft, Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler, empfangen.

Die beiden haben bei der EM in Russland am Wochenende den dritten Platz im Teambewerb erreicht. „Ich gratuliere euch zu dieser tollen Leistung und wünsche euch auf dem Weg zu Olympia alles Gute“, so der Rathauschef. Egger zeigt sich stolz, dass gleich fünf Inzeller Sportler an den Spielen teilnehmen werden. Neben den Eisschnellläufern Gabi Hirschbichler, Roxanne und Joel Dufter sowie Moritz Geisreiter wird auch Slalomfahrerin Marina Wallner in Südkorea dabei sein.

Dramatik nach Sturz im Teambewerb

Roxanne Dufter schilderte noch einmal das dramatische Finale im Teambewerb. „Die Betreuer haben uns in der letzten Runde gesagt, dass wir klar vor Polen auf dem Bronzerang liegen. Plötzlich ist die Michelle (Uhrig) gestürzt.“ „Ich habe geschrien, dass sie irgendwie versuchen soll, ins Ziel zu gelangen“, erzählt Gabi Hirschbichler und freute sich schließlich über das glückliche Ende. Hirschbichler konnte sich aber auch über ihre eigenen Leistungen bei der EM freuen. „Ich glaube es ist ganz gut gelaufen“, meinte sie bescheiden. „Das war überragend, was sie abgeliefert hat“, freute sich ihr Trainer Danny Leger. Vor allem über 1500 Meter zeigte die 34-Jährige eine Klasseleistung. Bei der letzten Zwischenzeit lag sie sogar auf den ersten Platz. Pikanterweise musste sich im letzten Rennen Hirschbichler mit ihrer Inzeller Kollegin Roxanne Dufter duellieren. Eine reizvolle Aufgabe mit dem überraschenden besseren Ende für die ältere Sportlerin. Schließlich sind die 1500 Meter eher die Spezialstrecke von Roxanne Dufter. Am Ende kam Hirschbichler in 1:58,18 Minuten auf den fünften und Dufter auf den achten Platz in 1:59,75 Minuten. „Ich habe mich ziemlich schwergetan“, meinte Roxanne Dufter. In allen drei Einzelrennen war sie mit den Ergebnissen nicht zufrieden. So standen über 3000 Meter (4:13,24) ein neunter und über 500 Meter (40,73) ein 18. Platz. „Sie hat ein schwieriges Wochenende gehabt und hat schwer in die Rennen gefunden“, so Leger. Derweil schwamm Hirschbichler auch über 500 Meter auf der Erfolgswelle und kam in 38,97 Sekunden auf den achten Platz. Nur über 1000 Meter lief es für sie nicht so gut. In 1:17,98 Minuten wurde sie neunte. „Sie hat ihre Form aus den Übersee-Rennen mitgenommen und überzeugt“, lobte Leger trotzdem seinen Schützling und hatte auch eine Erklärung über ihrer Leistung über 1000 Meter. Die 34-Jährige hatte mit muskulären Problemen zu kämpfen.

Joel Dufter braucht noch Wettkämpfe

Nicht optimal ist die EM für Joel Dufter verlaufen. Er haderte vor allem mit seinem Lauf über seine Paradestrecke, den 1000 Metern. Mit 1:10,51 Minuten war es am Ende der 13. Platz wie zuvor bereits über 500 Meter. Die 1500 Meter bewältigte er in 1:49,52 Minuten als Zwölfter. „Katastrophal“, so bezeichnete der ehrgeizige Sportler seinen Lauf über 1000 Meter und auch mit den 1500 Metern war er nicht zufrieden. „Da habe ich gewusst, dass es schwierig wird. Da fehlen mir einfach noch die Körner nach der Krankheit im Dezember. Der Lauf war unrund und ich hatte das Gefühl, ständig der Zeit hinterherzulaufen“, gab sich Dufter gewohnt selbstkritisch. „Wir werden da aber nicht in Panik verfallen“, meinte Leger zur Leistung seines Youngsters. „Natürlich haben wir über 1000 Meter mehr erwartet und über die 1500 Meter hat nach der Krankheit die Tempohärte gefehlt“, so Legers weitere Analyse. Deswegen haben er und Cheftrainer Jan van Veen das Vorbereitungsprogramm für Olympia kurzfristig geändert.

Die Inzeller Sportler werden die geplante Vorbereitung in Klobenstein/Italien absagen. Dafür wird ein Teil davon am Weltcup in Erfurt (19. bis 21. Januar) teilnehmen. „Einige Sportler von uns brauchen noch Wettkämpfe“, erklärte Leger die Maßnahme. Gemeint sind sowohl Joel Dufter als auch Moritz Geisreiter. Der Langstreckenspezialist konnte bei der Europameisterschaft wegen eines leichten Infekts nicht teilnehmen. „Schade, ich hätte ihm da sogar eine Medaille zugetraut“, meinte Leger. shu

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