Landshut – Die Niederbayern sind nun punktgleich (67 Zähler) mit den Oberbayern Tabellenführer, weil Deggendorf und SAelb zu Hause verloren. Die Starbulls können mit einem Heimsieg morgen, Sonnatg, 17 Uhr, gegen Peiting eventuelle wieder zurück an die Spitze, wenn Landshut auswärts in Regensburg patzt.
Landshuter Sieg war unterm Strich verdient
Der EVL-Sieg im prestigträchtigen Derby war unterm Strich verdient. Da waren sich auch die beiden Cheftrainer einig: „Wir waren 40 Minuten nicht in der Lage, das Spiel einfach zu halten“, schimpfte Gäste-Coach Manuel Kofler. Sein Pendant Axel Kammerer war dagegen rundum zufrieden: „Wir haben uns immer wieder gut vom Rosenheimer Druck befreien können. Das war ein gelungener Abend.“
1:0 stand’s nach dem ersten Durchgang, und das ging irgendwie auch in Ordnung. Zwar hatten die Gäste zunächst optisch mehr vom Match, und drängten die Niederbayern hinten rein, kreierten aber keinen einzigen Abschluss. Zudem leisteten sie sich in der neutralen Zone immer wieder den einen oder anderen Abspielfehler und luden den EVL damit förmlich zum Kontern ein. Die erste dicke Möglichkeit hatte Max Forster in der 8. Minute, der an SBR-Keeper Lukas Steinhauer scheiterte. Kurz drauf verzweifelte Christoph Fischhaber mit einer Doppelchance (10. Minute) am gut aufgelegten Steinhauer. Für die Hausherren-Führung sorgte ausgerechnet Viktor Lennartsson, der nach einem Bully an die Scheibe kam und sie mit seinem gefürchteten Handgelenkschuss im Gäste-Kasten unterbrachte (13.). Ausgerechnet deshalb, weil die Rosenheimer dem Vernehmen nach selbst an einer Verpflichtung oder Leihe des Schwedens sehr interessiert waren und immer noch sind.
Nennenswerte Offensivaktionen der Oberbayern? – Fehlanzeige. Und zwar bis weit ins zweite Drittel hinein. Bis zur Landshuter Verteidigungszone lief es, in der Landshuter Verteidigungszone dann gar nicht mehr. Ganz anders der EVL. Der spielte flott nach vorne und kam im Powerplay zum 2:0: Stefan Reiter fälschte einen Schuss von Christopher Schadewaldt unhaltbar ab (28.). Die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt Sendepause und funkten erst wieder ab der „Halbzeit“. Da deckten Christoph Gottwald (31.), Michael Rohner (32./34.) und Tobi Draxinger (33.) das EVL-Gehäuse zwischenzeitlich mit Schüssen ein, kamen aber nicht am erneut fehlerfreien Torhüter Max Englbrecht vorbei.
Der Schlussabschnitt lebte von der Spannung, die sich wie in einem echten Thriller bis zum Ende steigerte. Erst verzog Yannick Wenzel bei seinem Solo nach einem kapitalen Bock von EVL-Verteidiger Devon Krogh völlig freistehend doch recht ordentlich (48.), dann vergaben Alex Ehl (53.) und Stefan Reiter (54.) für die Niederbayern. Durch den Anschlusstreffer von Tobi Draxinger (59.) schöpften die Gäste noch mal Hoffnung, doch es reichte nicht mehr. „Wir haben nochmal alles reingeworfen, aber das Tor ist zu spät gefallen“, analysierte Manuel Kofler. Stimmt genau.
Tore: 1:0 (13. Minute) Lennartsson (Fischhaber/Ehl), 2:0 (28.) Reiter (Schadewaldt/Hofbauer), 2:1 (59.) Draxinger (Bucheli). – Strafminuten: EV Landshut 10 plus zehn für Ehl, Starbulls Rosenheim 14 – Schiedsrichter: Stefan Vogl (EHC München). – Zuschauer: 4139 (ausverkauft). nag/bz