Wären die Punkte aus der Vorrunde nicht übernommen worden, dann hieße der Tabellenführer derzeit Deggendorf (14 Punkte, einer mehr als Rosenheim). Interessant ist aber, dass Sonthofen, Selb (je zwölf) und auch Peiting (acht) in den ersten sechs Begegnungen mehr Punkte geholt haben als der „Vorrunden-Meister“ Landshut (sieben)! Weiden und Regensburg rangieren mit je drei von 18 möglichen Punkten auch in dieser Saisonphase ganz hinten bei den „Guten“.
Pech für die Starbulls war es allerdings, dass sich die leicht kriselnden Landshuter am Freitag nach zwei Heimniederlagen ausgerechnet gegen den großen Rivalen vorübergehend aus der Krise schossen. Nur zweimal waren Manuel Koflers Jungs in den letzten acht Auswärtspartien ohne mindestens einen Punkt geblieben, und dies beide Male in Landshut. Die letzte Auswärts-Schlappe anderswo liegt über fünf Wochen zurück. Am zweiten Weihnachtsfeiertag verloren die Starbulls überraschend beim Vorletzten in Waldkraiburg, und es gibt eine verblüffende Parallele zur Niederlage am Freitag: Beide Male war ein gut zweiminütiger Blackout gegen Ende des Spiels daran schuld. Damals brauchten die Gastgeber ab der 58. Minute nur 128 Sekunden, um eine Rosenheimer 2:1-Führung in einen 4:2-Sieg umzuwandeln, diesmal waren die Landshuter ab der 52. Minute für drei Treffer von 2:3 auf 5:3 nur eine Sekunde langsamer. Sechs Gegentore in einem Spiel – für Starbulls-Goalie Lukas Steinhauer ein absolutes „No go“, wie es auf Neudeutsch so unschön heißt. Noch nie hatte Steinhauer in dieser Saison in einem Match öfter als dreimal hinter sich greifen müssen. Kein Wunder, dass er mit einem Schnitt von 1,96 immer noch rund einen halben Gegentreffer weniger kassierte als der Zweitbeste in dieser Rubrik, Sonthofens Patrick Glatzel (2,47). Luca Endres wäre übrigens mit 2,27 Gegentoren Zweiter in der Liga, erscheint aber aufgrund zu weniger Einsatzminuten nicht in der offiziellen Wertung.
Mit Landshut und Peiting hatten es die Starbulls mit den beiden Kontrahenten zu tun, die über das beste Powerplay verfügen. Und gemessen daran, haben sie sich gar nicht so schlecht geschlagen. Zwar kassierten sie in beiden Partien je einen Treffer bei eigener Unterzahl, doch Fabian Zicks Shorthander glich dieses Minus in Landshut wieder aus. Das eigene Powerplay lief gegen die Niederbayern in letzter Zeit eher schlecht. Nachdem der 3:1-Sieg im allerersten Aufeinandertreffen dieser beiden nicht zuletzt zwei Überzahltoren zu verdanken war, blieben die Starbulls seither in 14 Phasen von 28 Minuten Länge gegen Englbrecht und Co. ohne Treffer und kassierten sogar noch ein Gegentor.
Absolute Powerplay-Hochkultur gibt es dagegen stets gegen Peiting. In den bisher fünf Spielen gegen die „Elche“ waren diese sechsmal erfolgreich, die Starbulls sogar zehnmal! Allein vier dieser Rosenheimer Überzahltore fielen beim 5:4-Sieg vor einigen Wochen.
Dabei kam es den Gästen eigentlich zugute, dass mit Tobias Draxinger der „Peiting-Killer“ fehlte. Zur Erinnerung: Mit vier Toren hatte der Rosenheimer Kapitän den ECP beim ersten Gastspiel dort praktisch im Alleingang besiegt, und mit insgesamt sechs Treffern ist er der Toptorjäger gegen Peiting. Da mussten diesmal andere herhalten: Mit Thomas Reichel, Daniel Bucheli und Yannick Wenzel hatten die Starbulls gleich drei Mehrfach-Torschützen in ihren Reihen. Das war zuvor nur bei den zweistelligen Siegen gegen Miesbach (Wenzel, Echtler, Zick) und Regensburg (Reichel, Daxlberger, Wenzel) geschehen.
Mit Yannick Wenzel ist das überhaupt so eine Sache. 13 Tore hat er bisher erzielt (Rang vier im Team), die ersten vier schoss er bis zum 18. Spieltag als einzelne Tore. Danach aber folgten ein Hattrick (gegen Miesbach) und drei Doppelpacks (gegen Regensburg, Selb und jetzt Peiting). Diesmal war sein erstes Tor besonders wichtig, egalisierte es doch die frühe Gäste-Führung (bereits zum vierten Mal in dieser Saison beim ersten gegnerischen Schuss aufs Tor), ehe Nervosität aufkommen konnte.
Und wieder einmal wurde der Grundstein zum Sieg bereits in den ersten 20 Minuten gelegt. Von den letzten 17 Anfangsdritteln verloren die Starbulls nur ein einziges. Zwar geizten sie selbst auch ein bisschen mit Treffern (insgesamt 19), den Gegnern gestatteten sie aber achtmal lediglich einen, neunmal gar keinen. Die letzten, die im Anfangsdrittel mehr als ein Tor erzielen konnten, waren am 10. Dezember die Sonthofen Bulls, die ihren „Artgenossen“ damit auch prompt eine von nur zwei Heimniederlagen (und die bis dato letzte) zufügten.