Im vorletzten Parallel-Riesenslalom des internationalen Qualifikationszeitraums, der im slowenischen Rogla bei besten Bedingungen über die Bühne ging, hat Stefan Baumeister (24) aus Feldkirchen-Westerham mit Platz sieben die nationale Nominierungsnorm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erfüllt und erlebt damit seine zweiten Olympischen Winterspiele. Seinen internationalen Quotenplatz hatte der zur Zeit in der FIS-Weltrangliste auf Rang zehn plazierte Raceborder bereits vorher schon durch einen Weltcupsieg und einen dritten Platz herausgefahren. Baumeister nach der Quali: „Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass es geklappt hat. Ich habe mir die letzten Tage richtig viel Stress gemacht, weil mir der Hang in Rogla nicht besonders liegt.“ In diesem Weltcup-Winter hatte Baumeister sein drittes Podium (bei fünf Starts) im Team-Wettbewerb eingefahren. In Bad Gastein landete er gemeinsam mit seiner Race-Partnerin Ramona Hofmeister im Parallelslalom auf Platz zwei. Allerdings ist der Parallelslalom, die Lieblingsdisziplin von Baumeister, zugunsten von Big Air aus dem olympischen Programm genommen worden und somit nicht Teil der Wettbewerbe. So bleibt Baumeister diesmal nur der Start im Parallel-Riesenslalom. Hier will Stefan Baumeister positiv überraschen.
Im letzten Moment hat Anke Wöhrer (32), Silbermedaillengewinnerin im Parallelslalom von Sotschi 2014 noch das Ticket für die Winterspiele in Pyeongchang gelöst. Für die 32-Jährige die für den Skiclub Prien startet war es ein steiniger und unangenehmer Weg zurück zu alter Stärke. In den vergangenen zwei Jahren wollten das Glück und der Erfolg von den letzten Spielen nicht zurückkommen. „Die Ergebnisse wurden eher schlechter als besser“, sagte sie. „Als ob ich das Snowboarden verlernt hätte“ beschreibt Wöhrer das Gefühl. Im Frühjahr 2017 war sie kurz davor, alles hinzuwerfen. Sie wollte jedoch unbedingt noch einmal zu den Olympischen Spielen reisen. Mit dieser Motivation hat Wöhrer auf ihre sportlich „alten Tage“ das Training im Sommer komplett umgestellt. In Absprache mit ihren Trainern konnte sie im Sommer mehr mit ihrem Mann persönlich abgestimmte Einheiten trainieren, nahm über zehn Kilogramm ab, schraubte jegliche Kraft und Ausdauerwerte nach oben und verbesserte sich in jeglicher Hinsicht, was die koordinativen Fähigkeiten betrifft. Der Herbst und Frühwinter auf Schnee war mit Höhen und Tiefen verbunden. Der Einstieg in die Weltcupsaison gestaltete sich holprig. Mal war der erste Lauf und bei anderen weiteren Rennen mal der zwei Lauf geglückt. Doch nie wollte es perfekt klappen. Im neuen Jahr sollte sich dann alles bessern. In Bad Gastein ging der Knoten endlich auf. Ein neunter Platz brachte die halbe nationale Olympianorm und es standen noch zwei Rennen in Rogla aus. Ein starke Grippe sollte diese letzte Chance aber zur Zerreißprobe werden lassen. „Beide Rennen waren absolut zum Vergessen“ so Wöhrer. „Ich hatte keine Kraft, bekam kaum Luft und die Beine wollten nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte“. Sie rettete sich auf Rang vier innerhalb der deutschen Mannschaft und bekam dadurch das Olympia-Ticket. Für den Skiclub Prien am Chiemsee ist es eine große Ehre. Die Snowboarderin ist das erste aktive Mitglied des Vereins, das sich zu den Olympischen Spielen qualifiziert hat.me/re