Eisschnelllauf

Vier Inzeller Asse auf dem Eis

von Redaktion

Wenn man auf die Herkunft und die Vereine der deutschen Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Korea blickt, dann stellt man fest: Inzell ist richtig gut dabei. Das liegt vor allem an den Eisschnellläufern, denn gleich vier Sportler kommen hier vom DEC Inzell.


Für Roxanne Dufter (25) sind es die ersten Olympischen Spiele in ihrer Laufbahn. Sie wird zusammen mit ihrem Bruder Joel in Pyeongchang an den Bewerben teilnehmen. „Das ist das Sahnehäubchen und ein tolles Gefühl“, freut sie sich. Sie und Joel haben die Qualifikation im Stillen genossen, während die Eltern schon aus dem Häuschen gewesen sind. Im Team gehört Roxanne Dufter zusammen mit Gabi Hirschbichler und Claudia Pechstein zum Kreis der Medaillenanwärter. „Es muss alles passen. Wir brauchen einen Traumlauf, dann ist Bronze möglich“, sagt sie. Für ihre drei Einzelrennen hofft sich auf Top-Ten-Platzierungen. „Ich will gute und technisch saubere Läufe abliefern“, nimmt sie sich vor. Vor allem über 1500 Meter, ihre Spezialstrecke, hat sie sich einiges vorgenommen. Dazu hat sie ihre Liebe über die 3000 Meter entdeckt und ist zuletzt beim Weltcup in Erfurt sogar vor Claudia Pechstein gelandet.

Für Joel Dufter (22) sind die ersten Olympischen Spiele was ganz Besonderes – vor allem, weil er mit seiner Schwester Roxanne nach Südkorea fahren darf. „Ich habe die Quali einen Tag vor ihr geschafft und sie damit ein wenig unter Zugzwang gebracht“, freut er sich in seiner spitzbübischen Art. „Für unsere Eltern ist es natürlich perfekt. Wäre dumm gewesen, wenn es einer von uns nicht geschafft hätte und daheim herumsitzen würde.“ Vor der Abreise haben sich viele Gespräche um Olympia gedreht. Vor allem mit Vater Pino, der als ehemaliger Eishockeyspieler mit seinen Kindern immer mitfiebert. Den Olympiaort kennt Joel Dufter aus dem vergangenen Jahr. „Da war alles noch eine Baustelle. Aber die Koreaner sind eissportbegeistert, das wird sicher toll“, meint er. Sportlich hofft er persönlich auf ein gutes Ergebnis, ohne sich näher festzulegen. Nach den Spielen wird er gleich anschließend mit Gabi Hirschbichler die Sprint-WM in China bestreiten.

Für den „Langen“ aus Inzell sind es bereits die zweiten Olympischen Spiele in seiner Laufbahn: Moritz Geisreiter (30) hat zuletzt beim Weltcup in Erfurt über 5000 Meter den zehnten Platz erreicht. „Damit bin ich nicht ganz zufrieden“, meint er gewohnt selbstkritisch, „da ist noch mehr möglich.“ Genau da will er mit seinem Trainer Danny Leger die Stellschrauben ansetzen. Geisreiter baut auf die Form zum Saisoneinstieg und seinen dritten Platz beim Weltcup in Salt Lake City über die 5000 Meter. Die Europameisterschaft zuletzt hat er aus gesundheitlichen Gründen ausgelassen. „Der Formaufbau passt trotzdem“, verrät er und betont: „Ich will kein Olympia-Tourist sein. Ich möchte schon was reißen, die Top Fünf lachen mich an“, meint er selbstbewusst. Vor vier Jahren bei den Spielen in Sotschi ist er Achter geworden. „Damals bin ich ziemlich aufgeregt gewesen. Das war unbegründet, es ist ein Wettkampf wie bei einer Weltmeisterschaft gewesen. Diese Coolness habe ich damals aus Sotschi mitgenommen.“

Mit ihren 34 Jahren ist Gabi Hirschbichler in der Form ihres Lebens, das hat ihr Trainer Danny Leger bescheinigt. „Ich habe das gelesen“, sagt sie und meint darauf: „Dann werde ich die gute Form einpacken und mit nach Korea nehmen. Dass es eine gute Saison werden würde, hat sie schon im Oktober festgestellt. Danach hat sie ein Infekt etwas ausgebremst. „Die Form ist wiedergekommen, das hat mit der hohen Qualität im Training bei uns zu tun“, verrät sie. Korea ist für Gabi Hirschbichler nach Sotschi 2014 der zweite Auftritt bei Olympia. „Ich bin gespannt auf das olympische Dorf, und was da sonst neben den Wettkämpfen alles geboten ist.“ Natürlich liebäugelt sie mit einer Medaille im Teambewerb. „Wir wissen, dass wir eine Chance haben, aber wir haben keine Garantie darauf.“ Vor der Abreise war sie noch als Trösterin für Bruder Hubert gefordert. Dieser hatte die Olympia-Norm verpasst. shu

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