Lara – Es ist kein nachträglicher Faschingsscherz am Aschermittwoch, sondern es ist, leider für den TSV 1860 Rosenheim, traurige Wahrheit: Trainer Tobias Strobl verlässt die Sechziger am Saisonende und wechselt als Co-Trainer der U23-Regionalligamannschaft und des U19-Bundesliga-Teams zum Zweiligisten FC Ingolstadt 04. „So bitter es für uns ist, so richtig ist wahrscheinlich dieser Schritt, den Tobi macht. Dort kann er ohne Druck den A-Schein machen, er kann neue Spielsysteme kennenlernen und sich weiter entwickeln“, erklärte Hans Kroneck, der sportliche Leiter des TSV 1860 Rosenheim gestern Abend.
„Tobi hat immer mit offenen Karten gespielt“
Hans Kroneck
Der Entschluss von Strobl, der nicht nur einer der besten, sondern auch einer der jüngsten Regionalliga-Trainer ist, traf die Sechziger nicht überraschend. „Tobi hat immer mit offenen Karten gespielt, hat uns frühzeitig informiert, dass Ingolstadt Interesse an ihm hat und wir werden ihm selbstverständlich keinen Stein in den Weg legen“, erklärte Hans Kroneck, der trotzdem ein bisschen traurig ist. „Mit Tobi verlässt uns im Sommer nicht nur ein toller Trainer, sondern auch ein wunderbarer Mensch, dessen großen Stärke es ist die Mannschaft nicht nur sportlich, sondern auch menschlich top zu führen. Aber wir wussten, dass er bei seiner Qualität nicht ewig bei uns Trainer bleibt“, erklärte Kroneck, der natürlich schon länger an einem Plan B arbeitet und auch Vorstellungen vom Profil des neuen Trainers hat: „Er soll die Arbeit von Tobi fortsetzen. Wenn möglich mit dem gleichen System, auf alle Fälle aber mit der aggressiven und offensiven Spielweise, mit der wir in den letzten Monaten viele Fans für uns gewonnen haben“. Namen konnte und wollte Kroneck gestern Abend, nachdem die Mannschaft über die neue Situation informiert wurde, natürlich keine nennen. „Wir wollen jetzt aus der Sache kein Drama machen und wir werden weiter in Rosenheim Fußball spielen. Nur eben nächste Saison mit einem anderen Trainer“, gab Kroneck die Marschrichtung vor.
Der Ameranger glaubt sogar, dass die frühzeitige Bekanntgabe des Trainerwechsels im Sommer durchaus auch positive Auswirkungen haben kann: „Unsere Mannschaft hat einen so tollen Charakter und deshalb bin ich mir sicher, dass sie Tobi Strobl mit jedem Spiel ein Abschiedsgeschenk machen will“.
Und vielleicht geht ja Tobias Strobl als ein weiterer Trainer in die Vereinsgeschichte ein, der die Rosenheimer Sechziger in die Hauptrunde des DFB-Pokals geführt hat.