Eisspeedway

Bauer: Steigerung trotz einiger Probleme

von Redaktion

Sportlich geht es leicht bergauf, gesundheitlich könnte es besser sein: Das ist die Bilanz von Eisspeedway-Pilot Günther Bauer (Schleching) nach gut dreiwöchiger WM-bedingter Abwesenheit von zu Hause. Denn diese führte vom ersten Wettkampf der Einzel-WM (Grand Prix) in Astana (Kasachstan) über Schadrinsk (Russland) zur Team-WM und dann nach Togliatti (Russland) wieder zum Grand Prix.

Togliatti – Und dabei hatte er Probleme mit seinem lädierten Fuß. Den hatte er ja bekanntlich bei der WM-Qualifikation bei einem Sturz unter die messerscharfen Spikes seines Hinterrades gebracht. In Astana, wo er sportlich eine „Super-Katastrophe“ erlebte, waren es allerdings nicht die Schmerzen im Fuß, die den 46-Jährigen bremsten, „da war es eher Kopfsache“, blickt er zurück. Bei der Team-WM lief es dann sportlich besser, doch in der Lada-Stadt Togliatti erwischte es ihn gleich doppelt hart.

Zum einen, weil die Entzündung im Fuß „eher schlechter als besser“ wurde, zum anderen, weil „ich in einem Lauf plötzlich alles nur noch verschwommen gesehen habe, das war fast wie in Zeitlupe“ – keine guten Voraussetzungen für ein Rennen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern. Bauer brach den Lauf ab, „und dann habe ich viel Tee mit ganz viel Zucker und viel Saft getrunken“. Der Kreislauf erholte sich, allerdings musste Bauer einen weiteren Lauf auslassen. So kam er im Grand Prix III nur auf einen Punkt.

Tags darauf aber erkämpfte er im GP IV fünf Zähler. „Ich habe zwar auch davon profitiert, dass einige mal gestürzt sind, aber bei so schlechtem Eis muss man halt auch mal weniger riskieren.“ Bauer tat’s und punktete. Zudem setzte er die Maschine seines Sohnes Luca ein, „weil es bei der Gabel an meinem Motorrad ein Problem gab“.

Problemlos liefen dagegen die Rennen für Titelverteidiger Dimitri Koltakow (Russland). Er wurde zwar am zweiten Tag im Finale „nur“ Zweiter hinter Dimitri Khomisewitsch, hatte aber mit 19 Zählern auch im GP IV die meisten Punkte gesammelt. Im GP III hatte Koltakow die Maximalpunktzahl erreicht: Fünf Siege in den Vorläufen, ein Sieg im Halbfinale und der Sieg im Finale – da es für jeden Laufsieg drei Punkte gab, waren es also 21 Zähler.

In Togliatti war per Veranstalter-Wildcard diesmal der – wegen der starken inner-russischen Konkurrenz – nicht für die WM qualifizierte Vizeweltmeister des Vorjahres, Igor Konjonow, am Start. Er scheiterte an beiden Tagen im Halbfinale, holte aber zehn und zwölf Punkte.

Stark präsentierten sich am ersten Tag hinter den dominierenden Russen vor allem der junge Schwede Niclas Svensson (10) als Finalteilnehmer sowie dessen Landsmann Martin Haarahiltunen (8), der ebenso wie Franz Zorn (Österreich/7) das Halbfinale erreichte. Tags darauf waren Jan Klatovsky (Tschechien/8) und Ove Ledström (Schweden/7) die zwei Nicht-Russen, die das Halbfinale erreichten. Hans Weber (Schliersee) holte am ersten Tag vier Punkte, am zweiten Tag einen.

Günther Bauer hat nun bis zur deutschen Meisterschaft am 1. März (in Berlin) Zeit, sich zu erholen und auch das Problem mit der Gabel zu lösen. Denn er will sich nicht nur bei der DM, sondern am folgenden Wochenende (3./ 4. März) auch beim GP in Berlin gut präsentieren und damit nochmals Werbung machen für seinen WM-Heimauftritt am 17./18. März in der Inzeller Max-Aicher-Arena.

Der WM-Zwischenstand: 1. Dimitri Koltakow 80 Punkte; 2. Daniil Iwanow 64; 3. Dimitri Khomisewitsch 60; 4. Sergej Karatschintsew, alle Russland, 59; 5. Martin Haarahiltunen, Schweden, 44; 6. Harald Simon, Österreich, 26; 7. Ove Ledström, Schweden, 24; 8. Igor Konjonow 22; 9. Dinar Walejew, beide Russland, 21; 10. Franz Zorn, Österreich, 21; 11. Jimmy Olsen; 12. Niclas Svensson, beide Schweden, je 21; 13. Andrej Schischegow, Russland, 17; 14. Jan Klatovsky, Tschechien, 15; 15. Hans Weber, Schliersee, 11; 16. Charly Ebner, Österreich, 10; 17. Günther Bauer, Schleching, 10; 18. Wladimir Tscheblakow, Kasachstan, 7; 19. Stefan Svensson, Schweden, 6; 20. Jasper Iwema, Niederlande, 5.who

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