„Rosenheim ist ein Klasse-Gegner“, sagt Hannovers Manager Eric Haselbacher, der einst schon zu den DEL-Anfangszeiten die Scorpions managte. „Ein echter Traditionsclub, der natürlich Favorit in der Viertelfinal-Serie ist“, fährt der Manager fort und versucht vor dem ersten Duell im Play-off-Viertelfinale heute, Mittwoch, 19.30 Uhr, im emilo-Stadion die Favoritenrolle den Starbulls zuzuschieben.
Die Scorpions fühlen sich in der Außenseiterrolle wohl, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass der in Wedemark, 20 Kilometer vor Hannover ansässige Club, in die DEL2 aufsteigen will. Den notwendigen Lizenzprüfungsantrag für die Teilnahme an der DEL 2 haben die Scorpions auf alle Fälle schon einmal eingereicht.
„Wir wissen genau wie Hannover spielt“
Manuel Kofler
Gegen Rosenheim haben die Mellendorfer unter anderem Sean Fischer wieder dabei, der nach einer Matchstrafe gesperrt war. Der Vater des zweitliga-erfahrenen Verteidigers ist Ron Fischer, einst eine absolute Größe im Rosenheimer Team – eine pikante Note am Rande. Was zeichnet die Scorpions mit Coach Dieter Reiß aus? „Wir können hart spielen, wir können technisch gut spielen oder über den Kampf kommen. Wir sind schwer auszurechnen“, meint Haselbacher. Dem entgegnet Starbulls-Coach Manuel Kofler trocken: „Wir wissen genau wie Hannover spielt. Wir sind definitiv bereit für die Serie.“ Trotzdem hofft Haselbacher: „Vielleicht können wir Rosenheim ja auch schlagen.“
Mit Chad Niddery und Brian Gibbons, der den wegen einer Doping-Affäre entlassenen Michael Budd ablöste, gehen zwei starke kanadische Stürmer auf Torjagd. „Dazu haben die Scorpions mit Patrick Schmid, er ist einer der punktbesten Angreifer der Oberliga, und Björn Bombis zwei außergewöhnlich gute deutsche Spieler in ihren Reihen und im Tor steht mit Björn Linda der vielleicht beste Keeper der Oberliga Nord“, weiß Kofler. Weil Starbulls-Keeper Lukas Steinhauer bester Keeper der Oberliga Süd und aktuell in einer super Form ist, kommt es auch auf der Torhüterposition zu einem interessanten Duell.
Auch zahlreiche bekannte Akteure in den Reihen des Gegners machen den Viertelfinal-Vergleich der Starbulls mit den Hannover Scorpions ganz besonders interessant: Andrej Strakhov war bis zur vorletzten Saison fünf Spielzeiten lang eine Stütze im Rosenheimer DEL2-Team, Christoph Koziol und Dennis Schütt waren bereits im Starbulls-Nachwuchs aktiv. Auch Teamkapitän Sebastian Lehmann und Verteidiger Sean Fischer (Sohn von Sportbund-Legende Ron Fischer) trugen schon kurzzeitig das grün-weiße Trikot. Fischer war darüber hinaus immer ein besonders auffälliger und nicht selten polarisierender Akteur, wenn er im Trikot der gegnerischen Mannschaft (Lausitzer Füchse und SC Riessersee) auf dem Rosenheimer Eis stand. Gleiches gilt für Stürmer Björn Bombis (Bremerhaven), Deutsch-Kasache Sachar Blank (Heilbronn) und Torwart Björn Linda (Frankfurt, Herne), die vielen Starbulls-Fans deshalb noch sehr gut in Erinnerung sind.
Der herausragende Scorer im Team der Scorpions ist allerdings ein weit weniger bekannter Wandervogel ohne bedeutende höherklassige Vita: Patrick Schmid, vergangen Saison noch in Diensten der Blue Devils Weiden, brachte es in seinen bisher 49 Saisoneinsätzen auf sagenhafte 91 Punkte (darunter 51 Tore)!
Teamkollege Bombis steht sogar noch einen Gesamtzähler besser da, sodass die Scorpions die beiden punktbesten Stürmer aller Meisterrundenteilnehmer der Oberliga Nord in ihren Reihen haben und mit Dennis Schütt den mit Abstand erfolgreichsten Verteidiger (62 Punkte in 48 Spielen).
Beeindruckende statistische Werte, die aber erst auf dem Rosenheimer Eis bestätigt werden müssen, denn auch die Starbulls haben außergewöhnlich gute Spieler in ihren Reihen.
„Durch den Erfolg gegen Hannover ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft“, erklärte Manuel Kofler, der heiß auf die Viertelfinalserie ist. Der Starbulls-Coach hat seinen kompletten Kader an Bord und kann wieder aus drei Kontingentspielern auswählen: „Wer spielt, entscheide ich erst nach dem Abschlusstraining.“ han/mh/bz