Eishockey-Oberliga Play-off-Viertelfinale

Starbulls-Aufholjagd nicht belohnt

von Redaktion

Was für ein verrücktes Spiel gestern Abend zwischen den Hannover Scorpions und den Starbulls Rosenheim. Erst gingen die Rosenheimer durch den Kanadier Chase Witala mit 1:0 in Führung, dann drehten die Gastgeber auf, führten nach dem zweiten Drittel mit 5:1, ehe der absolute Wahnsinn mit einer unglaublichen Aufholjagd der Starbulls begann.

Die Rosenheimer glichen innerhalb von elf Minuten durch ein weiteres Tor von Witala und einem Hattrick von Vitezslav Bilek aus und trotzdem reichte es nicht zum Sieg für die Starbulls. Gerade als die Truppe von Trainer Manuel Kofler auf das 6:5 drängte, trafen die Hannoveraner und retteten die Führung mit Glück und Geschick über die Zeit. In der 60. Minute hatten die Rosenheimer bei einem Lattentreffer von Tobias Draxinger noch einmal Pech.

Damit führt Hannover in der Viertelfinalserie mit 2:0 und kann am Sonntag, 17 Uhr, im Rosenheimer emilo-Stadion den Sack zumachen. Können die Rosenheimer allerdings die Leistung aus dem letzten Drittel von gestern Abend über einen längeren Zeitraum bringen, kann die Serie noch länger dauern.

Den besseren Start hatten erst einmal die Rosenheimer, die schon zu seligen DEL-Zeiten in Mellendorf aufkreuzten. Sie präsentierten sich selbstbewusst, bestimmten zunächst das Match, während die Niedersachsen zunächst abwartend agierten und nicht ins offene Messer laufen wollten. So kamen die Gäste auch zur Führung, als Chase Witala von links abzog und die Scheibe ins rechte untere Eck sauste.

Zur ersten nennenswerten Chance kamen die Scorpions nach acht Minuten, als Kapitän Sebastian Lehmann frei vor Torwart Steinhauer auftauchte, jedoch scheiterte. Langsam kam das Team von Coach Dieter Reiß besser in die Partie und auch zu Tormöglichkeiten. Björn Bombis war es dann in der 12. Minute, der aus Nahdistanz zum 1:1 ausglich. Nachdem Brian Gibbons bei der zweiten Starbulls-Strafe gegen Thomas Reichel zunächst gescheitert war, machte es Schmid besser: Er zog von der blauen Linie ab, und weil Steinhauer die Sicht verdeckt war, schlug es zum 2:1 für die Gastgeber ein. Kurz vor drittelende sogar noch das 3:1. Sachar Blank drückte den Puck kurz vorm linken Pfosten stehend über die Torlinie.

Und die Starbulls gerieten sogar noch weiter ins Hintertreffen. Nach knapp sechs Minuten des zweiten Abschnitts unterlief den Rosenheimern ein derber Abwehrfehler. Sean Fischer stand mutterseelenallein vor Schlussmann Steinhauer und lupfte die Scheibe zum 4:1 in den Kasten. Die Wedemarker agierten nun wesentlich schneller, waren flinker auf den Beinen und trugen ihre Angriffe auch mit mehr Übersicht vor.

Mehrfach stand Steinhauer nun im Brennpunkt, musste gegen die Offensiv-Power der Scorpions retten, die kurz vor Ende des zweiten Drittels zum fünften Mal zustachen. Als Witala in der Kühlbox saß, staubte Dennis Schütt von links zum 5:1 ab.

Hoffnung keimte auf, als Witala die Starbulls in der 42. Minute auf 2:5 heranbrachte und kurz danach freistehend das 3:5 vergab – das wiederum wenig später Viteszlav Bilek per Rebound unter die Latte gelang. Und Rosenheim blieb weiter am Drücker: Bilek schaffte mit dem 4:5 den Anschluss, das Momentum war nun auf Gäste-Seite, die Scorpions hatten ihren Stachel eingezogen. Und nochmal war es Bilek, der in Überzahl tatsächlich zum 5:5 ausglich – Eishockey-Wahnsinn pur! Die Partie war nun völlig gekippt. Bei einem der seltenen Konter guckte sich aber Brian Gibbons den Starbulls-Keeper aus und netzte zum 6:5 ein. 18 Sekunden vor Schluss traf Rosenheims Draxinger die Lattenoberkante und verpasste so das 6:6. Was für ein Eis-Drama in der Wedemark mit enttäuschten Starbulls und glücklichen Scorpions!

Spielstatistik: Hannover Scorpions – Starbulls Rosenheim 6:5 (3:1, 2:0, 1:4). Tore: 0:1 (5.) Witala (Rohner, Daxlberger – PP1), 1:1 (12.) Bombis (Schütt, Fischer), 2:1 (18.) Schmid (Schütt, Bombis – PP1), 3:1 (20.) Blank, Bombis, Thomson), 4:1 (26.) Fischer (Gibbons, Niddery), 5:1 (40.) Schütt (Schmid, Bombis – PP1), 5:2 (42.) Witala (Neumann, Daxlberger), 5:3 (45.) Bilek (Witala, Daxlberger), 5:4 (48.) Bilek (Witala, Daxlberger), 5:5 (53.) Bilek (Baindl – PP1), 6:5 (56.) Gibbons (Bombis, Lehmann).

Zuschauer: 1621; Strafminuten: Hannover 14 plus zehn für Lehmann, Rosenheim 12. han/bz

Die Ergebnisse

Play-off-Viertelfinale

Hannover S. - Starbulls 6:5 (2:0)

Regensburg - Tilburg 2:4 (0:2)

Selb - Leipzig 4:3 (2:0)

Essen - Deggendorf 3:2 (1:1)

In Klammern der Stand der Viertelfinalserie. Wer zuerst drei Spiele gewonnen hat, steht im Halbfinale.

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