Jessica von Bredow-Werndl kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ihrem Nachwuchspferd TSF Dalera BB gelang im österreichischen Ebreichsdorf bei Wien ein brillanter Einstand in den internationalen Dressursport. Im zweiten Grand Prix ihres Lebens zeigte sich die noch unerfahrene Trakehnerstute in den Lektionen erstaunlich sicher und gewann souverän mit 75,065 Prozent.
Einen Tag später, in ihrem ersten Grand Prix Special, konnte sich die ausdrucksvolle, dunkelbraune Easy Game-Handryk-Tochter sogar noch steigern und begeisterte Zuschauer und Richter aufs Neue. 76,213 Prozent lautete das Ergebnis für ihren zehnten S-Sieg in Folge – ein Aufsehen erregender Karrierebeginn.
Entsprechend glücklich war Jessica von Bredow-Werndl. „Das ist erst der Anfang. Dalera gibt mir ein unglaubliches Reitgefühl. Die Chemie stimmt einfach zwischen uns“, sagte die Olympiakader-Reiterin aus Aubenhausen.
Ende vergangenen Jahres hatte TSF Dalera BB beim Frankfurter Festhallenreitturnier das Finale des Louisdor Preises gewonnen. Die viel beachtete, nationale Turnierserie für junge Grand Prix-Pferde gilt als Sprungbrett in den internationalen Spitzensport und ist immer stark besetzt. In Ebreichsdorf kam es erneut zum Aufeinandertreffen von zwei der hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchspferde. Und wie im Louisdor Preis-Finale konnte sich von Bredow-Werndl mit TSF Dalera BB gegen ihre Kaderkollegin Dorothee Schneider mit Faustus durchsetzen. Die Team-Olympiasiegerin aus dem hessischen Framersheim belegte im Grand Prix und im Grand Prix Special jeweils den zweiten Platz.
Mit Ferdinand BB stellte von Bredow-Werndl ein weiteres Nachwuchspferd aus dem Besitz ihrer langjährigen Sponsorin Beatrice Bürchler-Keller bei den „Racino Dressage Classics“ vor. Der schicke, erst neunjährige Florencio I-Lanciano-Sohn aus Hannoveraner Zucht gewann die Einlaufprüfung der Mittleren Tour, eine FEI Intermediate A, mit 71,206 Prozent gegen internationale Konkurrenz. Bei seiner Premiere auf Intermediaire II-Niveau – zugleich der internationale Einstand – erhielt der bewegungsstarke Dunkelbraune sogar 73,50 Prozent. Es war der siebte Sieg in Folge.
Ferdinand BB war gerade mal dreijährig und noch Hengst, als er in den Stall Aubenhausen kam. Zwei Jahre später vertrat das Paar die deutschen Farben bei der „Weltmeisterschaft der Jungen Pferde“ in Verden. Nun, nach weiteren vier langen Ausbildungsjahren, überzeugte der vierbeinige Herzensbrecher in Ebreichsdorf auf dem Weg in den Grand Prix-Sport – ein Leistungsniveau, das nur wenige Pferde mit ihren Reitern erreichen. Vielleicht wird Jessica von Bredow-Werndl am Ende dieses Jahres erneut mit einem Nachwuchspferd im Finale des Louisdor Preises stehen. TSF Dalera wird sich voraussichtlich vom 25. bis 29. April beim Turnier „Horses & Dreams“ in Hagen das nächste Mal der internationalen Konkurrenz stellen. sn