Schweinfurt – Schweinfurts Trainer Gerd Klaus hatte angesichts seines seit der Rückrunde kompletten Kaders eine überragende Restserie seiner Schnüdel versprochen. Allerspätestens aber nach dem 0:1 letzten Freitag in Buchbach konnte er diese Aussage in die Tonne treten. Und am Mittwoch wurde auch noch bekannt, dass mit Marius Willsch ein echter Leistungsträger die Schweinfurter zur neuen Saison Richtung TSV 1860 München verlässt.
Dazu passte dann der Donnerstagabend vor den immerhin knapp über 800 Fans. Die Gastgeber rotierten enorm, brachten gleich neun (!) neue Akteure im Vergleich zur letzten Woche. Diese „B-Elf“, besetzt natürlich dennoch mit elf Fußball-Profis, bettelte anfangs fast um das 0:1. Doch Korbinian Linner schoss nach zehn Minuten ziemlich freistehend an Ersatzkeeper David Paulus und am Gehäuse vorbei. Und drei Minuten später faustete Paulus nach dem Kopfball von Michael Zant. „Wir haben gut angefangen und sind mutig aufgetreten“, lobte Tobias Strobl. Doch Rosenheims Trainer weiß auch: „Wenn man dann solche ein, zwei Dinger hat, dann muss man auch da sein und sich belohnen.“ Zumindets hatten die Oberbayern in der Folge auch das nötige Glück, als Torhüter Rainer Hausner den Angriff von Florian Pieper über rechts nebst Schuss stoppte. Und als Michael Schlichts Freistoß für Gefahr sorgte und Lukas Billick den abprallenden Ball in die Wolken setzte.
Freilich war danach ziemlich Ruhe. Und das nach gerade mal gespielten 20 Minuten. Wäre es nicht noch ziemlich kalt gewesen, man hätte von freundschaftlichem Sommerfußball sprechen können. Wobei nach fast einer Stunde Strobl sicherlich ein wenig zusammenzuckte. Denn Gerd Klaus wechselte mit Adam Jabiri, Marius Willsch und Kevin Fery auf einen Schlag drei Leistungsträger ein. „Da wussten wir, dass wir wohl noch mehr leiden müssen“, befürchtete der 1860-Coach. Doch so richtig brachte keiner der drei Neuen seine Qualität auf den Platz.
Sechs Minuten vor dem Ende klingelte es aber beinahe auf der anderen Seite: Maximilian Mayerl schien schon durchgebrochen zu sein, in letzter Sekunde aber stoppte ihn Herbert Paul doch noch. „Da haben wir den Lucky Punsh auf dem Fuß, machen ihn aber leider nicht. Wir hätten heute gewinnen können, bekommen aber auch mit Glück das 0:1 nicht. Das 0:0 ist okay, beide Mannschaften können zufrieden nach Hause fahren“, weiß Strobl. Wobei Rosenheims Fahrt im Eishockeybus wesentlich länger dauerte.
1860 Rosenheim: Hausner – Lenz, Heiß, Zant – Basta (83. Höhensteiger), Maier – Köhler, Linner (71. Majdancevic), Mayerl – Denz, Räuber (90. Zottl).
Schiedsrichter: Roman Potemkin (Friesen)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 831.
Am Ostermontag kommt Eichstätt
37 Punkte aus 27 Matches – macht einen Punkteschnitt von 1,37 Punkten pro Partie in der Regionalliga Bayern für den TSV 1860 Rosenheim. Damit kann man an der Mangfall mehr als gut leben, da dies bis zum Saisonende nicht nur den Ligaverbleib bedeuten würde, sondern außerdem auch die Etablierung in der oberen Tabellenhälfte hieße. Nun wartet am Ostermontag der VfB Eichstätt auf die Rothosen. Seines Zeichens Aufsteiger und derzeit das Sensationsteam der Liga. Anpfiff im Rosenheimer Jahnstadion ist 14Uhr.
Der VfB Eichstätt gewann seine letzten Spiele daheim gegen Buchbach sowie gegen Burghausen. Auswärts schlug man gar die ambitionierten Bayreuther. Ergebnisse wie von einem Spitzenteam der Liga – und das als Aufsteiger! Wichtigste Säule ist dabei der 31-jährige Benjamin Schmidramsl. Weit über 300 Spiele machte er für den VfB Eichstätt und ist mittlerweile nicht nur Spieler und Kapitän, sondern auch Co-Trainer. Ein ganz interessanter Spieler und mit Sicherheit auch in den Notizblöcken so mancher Proficlubs aktuell, ist Eichstätts Stürmer Fabian Eberle. 16 Buden hat der Angreifer bereits erzielt und führt damit die Torjägerliste der Regionalliga Bayern an.
Eberle ist ein Vollstrecker. Einer, den auch die Rosenheimer Sechziger derzeit sehr gut in ihren Reihen gebrauchen könnten. Lediglich ein Treffer gelang den Rosenheimern in den vergangenen vier Partien.
Die Rosenheimer konnten übrigens noch nie gegen die Eichstätter gewinnen. Weder im Aufstiegsjahr 14/15 (1:1 und 1:2) noch beim 1:1 in der Hinrunde. Diese Serie soll nun endlich reißen um sich mit Selbstvertrauen für die kommenden Wochen aufzuladen. Dort warten nämlich in der Liga sowie im Pokal schwere Brocken.