Aktuelles Interview

„Spieler war verkrampft und gehemmt“

von Redaktion

Starbulls-Vorstandschaft nach dem Ausscheiden im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion

„Wir haben das letzte Saisonspiel nicht gewonnen, deshalb haben wir auch unser Saisonziel nicht erreicht“ brachte es Stephans Gottwald, Sportvorstand der Starbulls Rosenheim in einem Gespräch mit der OVB-Sportredaktion auf den Punkt. Gottwald, Hans-Peter Schwarzfischer (1. Vorstand) und Marcus Thaller (3. Vorstand) sprachen unter anderem über Vertragsverlängerungen, über Kontingentspieler, über den Trainer und über die Ausrichtung für die neue Saison.

War die Entscheidung des Schiedsrichters, das Tor zum 2:1 zu geben, korrekt?

Hans-Peter Schwarzfischer: Die Scheibe war definitiv nicht im Tor. Die Aussage vom Schiedsrichter gegenüber Manuel Kofler und Tobias Draxinger war folgende: Die Scheibe sei durch den Torraum gegangen und dann hat Lukas Steinhauer das Tor verschoben. Deshalb habe er auf technisches Tor entschieden. Wir müssen es so nehmen, wie es gekommen ist.

Marcus Thaller: Wie das im Regelwerk der einzelnen Verbände beziehungsweise Ligen geregelt ist, konnte bis jetzt nicht genau definiert werden. Es ist eine strittige Geschichte.

Der Trainer für die neue Saison heißt Manuel Kofler. Ist das richtig?

Schwarzfischer: Manuel Kofler hat bei uns ein Zwei-Jahresvertrag, weshalb sich die Frage nach dem Trainer für uns überhaupt nicht stellte. Außerdem sind wir mit seiner Arbeit sehr zufrieden.

Obwohl das Saisonziel verfehlt wurde?

Schwarzfischer: Wir haben nie davon gesprochen, dass der Aufstieg unser Ziel ist. Natürlich wären wir gerne Meister geworden und aufgestiegen, aber dass wir jetzt im Viertelfinale ausgeschieden sind, ist kein Beinbruch, auch wenn wir uns natürlich total ärgern. Trotzdem war für mich persönlich der zweite Platz in der Hauptrunde top.

Stephan Gottwald: Wir haben eine sehr gute Hauptrunde gespielt, waren immer Erster oder Zweiter, aber das Saisonziel ist immer das letzte Spiel zu gewinnen und das ist uns nicht geglückt.

Waren der Druck und die Erwartungshaltung zu groß?

Gottwald: Der Druck war sicherlich spürbar. Vielleicht waren die Spieler auch deshalb so verkrampft und gehemmt. Trotzdem hat die Mannschaft alles gegeben, aber wir haben in den entscheidenden Situationen die Tore nicht gemach.

Wie beurteilen Sie das Projekt Rosenheimer für Rosenheim? Test bestanden, Fortsetzung gewünscht oder gescheitert?

Schwarzfischer: Sportlich gesehen werden wir an dem Thema ,Rosenheimer für Rosenheim‘ festhalten. Da geht es für uns um Nachhaltigkeit. Wir können nicht in einer Saison alles auf den Kopf stellen und umschwenken, sondern für uns ist das auch eine Entwicklung und in dieser Entwicklung wollen wir in der neuen Saison den nächsten Schritt gehen.

Stephan Gottwald: Wir werden um die Rosenheimer, von denen wir glauben, dass sie für uns wichtig sind, eine starke Mannschaft aufstellen. Wir haben einen guten Kern von Rosenheimer Spielern um die man eine starke Truppe aufbauen kann. Da ist es nicht entscheidend, ob noch weitere ehemalige Rosenheimer dazukommen. Was wir brauchen, sind Spielertypen, die Fähigkeiten haben, die uns vielleicht in der abgelaufenen Saison gefehlt haben.

Gibt es da schon Namen?

Schwarzfischer: Kapitän Tobias Draxinger und Max Vollmayer werden definitiv nächste Saison für Rosenheim spielen und wir werden in den nächsten Tagen und Wochen weitere Spieler bekannt geben, die nächstes Jahr für uns spielen.

Marcus Thaller: An weiteren Vertragsverlängerungen sind Manuel Kofler und Stephan Gottwald dran und da werden wir in Kürze den Deckel drauf machen.

„Witala und Bilek würden gerne bleiben“

Stephan Gottwald

Und was ist mit den Kontingentspielern?

Gottwald: Chase Witala und Vitezslav Bilek wollen gerne in Rosenheim bleiben. Aber allein der Wunsch der Spieler und des Vorstands ist nicht immer hundertprozentig ausschlaggebend, weil da auch noch die Spielervermittler dazwischen stehen. Der Vertrag von Petri Lammassaari ist ausgelaufen und er wird nächste Saison nicht mehr für Rosenheim spielen.

Was ist anders beziehungsweise nicht so gelaufen, wie Sie es sich vor der Saison vorgestellt haben.

Thaller: Natürlich haben unsere zwei finnischen Stürmer nicht so eingeschlagen wie wir uns das sportlich und von den Scorerpunkten vorgestellt haben.

Gottwald: Menschlich waren das zwei sehr feine Kerle, die immer alles für die Mannschaft gegeben und defensiv einen Wahnsinnsjob abgeliefert haben.

Schwarzfischer: Für Lammassaari war es auch kein Thema mit einem kaputten Fuß für den verletzten Witala in der Play-off-Runde einzuspringen.

Was hat Sie in dieser Saison am meisten gefreut/enttäuscht?

Gottwald: Am meisten gefreut hat mich wie sich die Jungs zusammengefunden haben, wie sie vom Sommertraining weg gerackert und sich zu einer tollen Truppe entwickelt haben. Am meisten geärgert hat mich, dass einige einheimische Fans einen Spieler (Anm. d. Red. Lammassaari) ausgepfiffen haben, als er ein Tor geschossen hat.

Schwarzfischer: Mich hat am meisten gefreut, wie wir in der Liga aufgenommen worden sind. Die freuen sich jetzt schon wieder auf die Spiele gegen uns.

Weil jetzt im Gegensatz zum Vorjahr klar ist, in welcher Liga man spielt.

Gottwald: Richtig. Wir kennen jetzt die Liga, was wir vor der letzten Saison nicht getan haben. Wir brauchen nicht zweigleisig planen und das macht es uns viel leichter, um für die nächste Saison planen und dementsprechend vorgehen zu können.

Interview: Hans-Jürgen Ziegler

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